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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > X-Box oder iPad: Tech-Riesen heben ihre Preise massiv an
Wirtschaft

X-Box oder iPad: Tech-Riesen heben ihre Preise massiv an

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 4. Juli 2026 09:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Apple verlangt für sein Macbook Pro M5 ab sofort 2100 Euro, 300 Euro mehr als im Frühjahr. Die kleinere Version, das Macbook Neo verteuert sich um 100 auf 799 Euro. Auch Microsoft hebt in den USA die Preise für seine Xbox-Konsolen deutlich an. Ein Gerät mit 512 Gigabyte verteuert sich um 100 Dollar, die Variante mit 1 Terabyte um 150 Dollar. Die genauen Konditionen für Europa sind noch nicht bekannt.

Inhaltsübersicht
Künstliche Intelligenz löst Chip-Boom ausKI verursacht enorme KostenGroßer Bedarf an SpeicherchipsDie Kosten tragen die Verbraucher

Künstliche Intelligenz löst Chip-Boom aus

Grund ist der weltweite Ansturm auf Speicherchips. Und der wiederum wird vom weltweit rasanten Ausbau von Rechenzentren ausgelöst. Apple-Chef Tim Cook spricht in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ von einer „Jahrhundertflut“. Man tue alles, um Kostensteigerungen abzufedern, aber Preissteigerungen seien für die Kunden letztlich unvermeidlich.

KI verursacht enorme Kosten

Die großen US-Konzerne geben Unsummen für eine neue KI-Infrastruktur aus. Die Rechenzentren verschlingen so viel Strom, dass die Unternehmen eigene Kraftwerke bauen. In Harrisburg im US-Staat Pennsylvania wird ein stillgelegter Atom-Meiler wieder hochgefahren, der ausschließlich für Microsoft Strom erzeugen soll. In diesem Kraftwerk Three Mile Island hatte sich im März 1979 der größte Atomunfall der US-Geschichte ereignet. In einem Meiler kam es zu einer teilweisen Kernschmelze. Die USA schrammten knapp an einem Supergau vorbei.

In Großbritannien sind 100 Zentren geplant, die durch eigene Gaskraftwerke versorgt werden sollen. Auch im hessischen Groß-Gerau sollte neben einem Rechenzentrum ein riesiges Gaskraftwerk entstehen. Das Projekt scheiterte am Widerstand der Bürger.

Die Schätzungen für die Kosten dieser Infrastrukturen sind enorm. In diesem Jahr planen allein die acht größten Unternehmen der Welt Investitionen von über 700 Milliarden Dollar, Tendenz kräftig steigend.

Großer Bedarf an Speicherchips

Für die Zentren werden jede Menge Speicherchips benötigt. Bislang war das US-Unternehmen Nvidia der herausragende Spezialist für Hightech-Chips für die KI. Sein Börsenkurs hat allein in den letzten fünf Jahren über 800 Prozent an Wert gewonnen. Aber auch die Preise für Speicher- und Datenchips haben sich im vergangenen Jahr vervierfacht, schreibt das „Wall Street Journal“.

In Deutschland profitiert Infineon von diesem Boom. Die Münchner sehen sich bestens aufgestellt mit einem breiten Angebot an Halbleitern, die in Rechenzentren unter anderem für die Energieversorgung benötigt werden. Ihre Produkte gelten als Industriestandard bei unternehmenskritischen Anwendungen. Der Aktienkurs erwachte aus einem längeren Dornröschenschlaf und hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt, auf 80 Euro.

Die Kosten tragen die Verbraucher

Der KI-Boom hat seinen Preis, den die Verbraucher mitbezahlen müssen und werden. Die Preiserhöhungen bei Apple und Microsoft belegen das eindeutig.

Wie sehr Apple das iPhone verteuern wird, dazu hat sich der Konzern noch nicht geäußert. Die neuen Modelle iPhone 18 Pro und 18 Pro Max werden erst im September vorgestellt.

Von einer Preiserhöhung könnte eine Signalwirkung für andere Hersteller und für den gesamten Bereich Konsumelektronik ausgehen. Sony hat bereits im Frühjahr die Preise für seine PS5-Konsole gehoben.

TV-Geräte wurden in den vergangenen Jahren zwar immer günstiger. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas, der größten und einflussreichsten Messe ihrer Art, haben Marktforscher aber schon zu Jahresbeginn wegen des Mangels an Chips steigende Preise erwartet.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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