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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nazarethkirche: Wer darf dort künftig Gottesdienst feiern?
Kultur

Nazarethkirche: Wer darf dort künftig Gottesdienst feiern?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. Juli 2026 14:46
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Vor zwei Jahren wurde die evangelische Nazarethkirche in München-Bogenhausen wegen einer Gemeindezusammenlegung als Standort aufgegeben. Seitdem wird nach möglichen Nachnutzungen gesucht. Nun ist im Gespräch, dass die Kirche von der äthiopisch-orthodoxen christlichen Gemeinde übernommen werden soll – und das sorgt für Aufregung im Stadtviertel.

Inhaltsübersicht
CSU: Anwohner sollen mitbestimmenTewahedo-Kirche gehört zu ältesten christlichen KirchenEvangelische Kirche will 50 Prozent aller Immobilien in den kommenden zehn Jahren abstoßen

CSU: Anwohner sollen mitbestimmen

Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Der CSU-Ortsverband will, dass die Anwohner mitbestimmen, wer die Nazarethkirche übernimmt. Der CSU-Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper berichtet von zahlreichen Bürgeranfragen, die ihn als Mitglied des Bezirksausschuss erreicht hätten.

Dass es etwa mit der äthiopischen Herkunft der Tewahedo-Kirche zusammenhänge oder gar rassistische Motive gebe, weist der CSU-Politiker entschieden zurück. „Wenn Sie sagen, der Bayerische Trachtenverband macht da jeden Sonntag ein Konzert mit 2.000 Leuten, dann halten die das auch für schwierig. Es geht nicht um die Äthiopier, sondern es geht um die Frage, wie viel Nutzung passiert dort an der Stelle“, sagt Brannekämper. Die Ängste der Anwohner: zugeparkte Stellplätze und zu viel Lärm an einem frühen Sonntagmorgen.

Pfarrer Markus Rhinow, der für das Gemeindegebiet in Bogenhausen zuständig ist, glaubt, dass das Thema größer gemacht wird als es eigentlich ist: „Wir hatten jetzt über viele Jahre die koreanische Gemeinde hier, die sind immer mit großen SUVs angerückt – aber da hat sich nie jemand groß aufgeregt.“

Tewahedo-Kirche gehört zu ältesten christlichen Kirchen

Die äthiopische Tewahedo-Kirche gehört zu den ältesten christlichen Kirchen der Welt. Bayernweit gibt es fünf Gemeinden mit rund 3.500 Mitgliedern, in München zählt die Kirche eigenen Angaben zufolge 350 Mitglieder. Die Tewahedo-Kirche ist seit vielen Jahren Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern.

Evangelische Kirche will 50 Prozent aller Immobilien in den kommenden zehn Jahren abstoßen

Für die evangelische Kirche wäre die Nachnutzung der Kirche durch die äthiopisch-orthodoxe christlichen Gemeinde ein „Best-Practice-Beispiel“. Münchens Stadtdekan Bernhard Liess betont, dass bei der Nachnutzung immer die Priorität sei, den geistlichen Raum zu erhalten. Dass eine islamische Gemeinde in eine ehemals christliche Kirche einziehen könnte – das schließt Münchens Stadtdekan dabei aus. Eine solche Nachnutzung einer Kirche durch Muslime gibt es bisher nur in Hamburg.

Doch selbst der Verkauf an eine traditionsreiche christliche Kirche wie der äthiopisch-orthodoxen Gemeinde birgt offenbar bereits Konfliktpotenzial, wie der Fall der Nazarethkirche in Bogenhausen zeigt. Beim verantwortlichen Stadtdekanat hofft man nun, mit Gesprächen den Ärger aus der Welt zu schaffen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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