Oft nicht genug Kinder für den Religionsunterricht in einer Klasse
Matthias Belafi leitet das Katholischen Büro Bayern und hält den niedersächsischen Weg für staatskirchenrechtlich fragwürdig. Vielmehr setze die katholische Kirche in Regionen, wo es zu wenige Schüler oder Lehrer für einen eigenständigen Religionsunterricht gibt, auf Kooperationen mit der evangelischen Kirche.
Es wird dann entweder nach evangelischem oder katholischem Lehrplan unterrichtet, je nach Mehrheitsverhältnissen in der Klasse oder Lehrkraft. Sogenannte kooperative Modelle gibt es bereits an Grund- und Mittelschulen.
Evangelische Kirche: In Zukunft konfessionelle Kooperationen
Der für die evangelische Kirche zuständige Landeskirchenrat Stefan Blumtritt sieht in diesen konfessionellen Kooperationen die Zukunft für Bayerns Religionsunterricht: „Wir wissen natürlich, was vor uns liegt und dass das nicht mehr so sonnig wird wie früher, wo ganze Klassenverbände einer Konfession angehörten und unterrichtet worden sind.“ Er sei ein Freund des kooperativen Religionsunterrichts in konfessioneller Prägung. Da könne man der anderen Konfession begegnen und auch voneinander lernen.
In der Oberstufe des Gymnasiums gibt es bereits bundesweite Lehrpläne auf die die Schulen wenn nötig zugreifen können. Marcus Hoffmann, selbst katholischer Religionslehrer und Vorsitzender vom Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien, sagt: „Wenn man über das christliche Menschenbild, christliche Gottesvorstellungen und so weiter spricht, bleibt man im Religionsunterricht meistens in einem Bereich, wo es um grundsätzliche biblische und christliche Inhalte und Überzeugungen geht, sodass das dann eh nicht so relevant ist.“
„Christliche Religion“ als ein konfessionsübergreifendes Fach – für Bayern ist das Modell aus Niedersachsen erstmal wohl keine Option. Klar ist aber: der Reli-Unterricht wird sich auch hierzulande verändern.

