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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Sommerurlaub: Wie sich das Reiseverhalten verändert
Wirtschaft

Sommerurlaub: Wie sich das Reiseverhalten verändert

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 27. Juli 2026 08:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Schon am Vormittag brennt die Sonne heiß ins Vinschgauer Tal. Am Laaser Bahnhof in Südtirol, im Schatten eines Baumes warten rund 25 Menschen darauf, mehr über den Marmorabbau in der Gemeinde zu erfahren. Hans-Jürgen Müller aus dem mittelfränkischen Lauf und seine Frau machen bereits seit zwei Jahren Urlaub in Südtirol. Sie verbinden das Reisen dieses Jahr mit der Führung zum Laaser Marmor und die ist „total interessant“, sagt Müller.

Inhaltsübersicht
Dehoga: Touristische Sommersaison in Bayern ist stabilUrlaubsland Bayern: Die meisten Gäste kommen aus DeutschlandSo hat sich das Buchungsverhalten verändertTourismusverbände: Östliche Mittelmeerregion ist zurück

Dehoga: Touristische Sommersaison in Bayern ist stabil

Ob in die Berge, ans Meer oder in Städte – die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen, erklärt der Deutsche Reiseverband (DRV) auf BR24-Anfrage. Für die laufende Sommersaison rechnet er mit einem Umsatzplus von einem Prozent. Die Deutschen werden damit voraussichtlich knapp 57 Milliarden Euro für ihren Urlaub im Zeitraum von Mai bis Oktober ausgeben. Mitgezählt werden Pauschal- und sogenannte Bausteinreisen von Reiseveranstaltern sowie individuell zusammengestellte Urlaube ab mindestens einer Übernachtung.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga rechnet diesen Sommer damit, dass es zumindest nicht schlechter wird. Der Tourismus sei stabil und weitgehend wie im letzten Jahr, erklärt Landesgeschäftsführer Thomas Geppert im BR24-Interview. Zu den klassischen Sommerzielen zählen nach wie vor Seen und Bergregionen, wie das Allgäu, das Berchtesgadener Land, Franken und der Bayerische Wald.

Urlaubsland Bayern: Die meisten Gäste kommen aus Deutschland

Bayern bleibt das Reiseziel Nummer eins im Vergleich der deutschen Bundesländer, und zwar vor allem für Urlauber aus dem eigenen Land. Rund 80 Prozent der Gäste reisen aus anderen Teilen Deutschlands in den Freistaat. Die restlichen Besucher kommen aus dem Ausland, wie den USA, Österreich und den Niederlanden. Für den bayerischen Tourismus ist das ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

Anders als beispielsweise Reiseziele am Mittelmeer ist Bayern laut Geppert weniger von internationalen Krisen oder Flugverbindungen abhängig. Denn die meisten (70 Prozent) reisen mit dem Auto an. Dahinter folgt die Bahn.

So hat sich das Buchungsverhalten verändert

Die Corona-Pandemie hat den Urlaub im eigenen Land weiter gestärkt. Im Februar hat eine Umfrage zu den geplanten Reisezielen der Deutschen ergeben, dass ein Viertel einen Urlaub im eigenen Land plant. 42 Prozent der Befragten wollten laut Tourismusanalyse 2026 ins europäische Ausland und 20 Prozent eine Fernreise buchen.

Das Buchungsverhalten der Deutschen hat sich laut Branchenexperten in den vergangenen Jahren verändert. Während sie früher vor allem auf das Wetter oder den Preis geblickt haben, fließen heute zunehmend auch Sicherheitsüberlegungen in die Reiseauswahl ein.

Tourismusverbände: Östliche Mittelmeerregion ist zurück

Im vergangenen März bis Mai hat sich beispielsweise der Iran-Krieg auf die Buchungszahlen ausgewirkt. Die Deutschen wollten eher in westliche Mittelmeerziele reisen, wie Spanien oder Italien. Inzwischen hat sich die Nachfrage erholt, erklärt Georg Welbers, Vertriebschef vom zweitgrößten deutschen Reiseanbieter Dertour. Seit Anfang Juni sei der östliche Mittelmeerraum mit Türkei-, Tunesien- und Ägyptenbuchungen „deutlich wieder zurück“.

Das liege womöglich auch an den Preisen. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Holidaycheck ist ein Urlaub an der Türkischen Riviera für eine Familie in diesem Sommer am günstigsten. Wer im Juni eine Reise dorthin für eine vierköpfige Familie mit mindestens einer Verpflegung am Tag gebucht hat, musste im Durchschnitt 4.000 Euro zahlen.

Das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Ausland ist laut Tourismusanalyse weiterhin Spanien, gefolgt von Italien. Dafür haben sich auch Hans-Jürgen Müller und seine Frau entschieden. In Laas in Südtirol ist die kleine Marmorführung für die beiden heute vorbei. Im nächsten Jahr wollen sie wiederkommen, um die große Führung mitzumachen und um einen Steinbruch zu besuchen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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