Warum Mönchspfeffer auch Keuschlamm genannt wird
Der ungewöhnliche Name Mönchspfeffer und die Bezeichnung als „Keuschlamm“ haben historische Wurzeln. Schon in der Antike wurde Mönchspfeffer mit Keuschheit und Enthaltsamkeit verbunden. Im Mittelalter fand die Pflanze auch ihren Platz in Klostergärten.
Der Überlieferung nach sollen Mönche die pfefferähnlichen Früchte genutzt haben, weil man ihnen eine dämpfende Wirkung auf die sexuelle Lust zuschrieb und sie damit ihr Keuschheitsgelübde unterstützen wollten. Ob diese Wirkung tatsächlich besteht, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Bezeichnung „Keuschlamm“ und auch der selten verwendete Name „Keuschbaum“ erinnern deshalb vor allem an die Kulturgeschichte der Pflanze.
Mönchspfeffer bei prämenstruellen Beschwerden (PMS)
Die Früchte des Mönchspfeffers werden für pflanzliche Arzneimittel genutzt, die bei prämenstruellen Beschwerden eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Brustspannen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen.
2022 wurde die Pflanze vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Für Arzneimittel werden aus den Früchten Extrakte gewonnen, die zum Beispiel in Tabletten, Kapseln oder Tropfen verarbeitet werden.
Wie gut Mönchspfeffer bei PMS wissenschaftlich untersucht ist
Die Anwendung von Mönchspfefferpräparaten bei prämenstruellen Beschwerden wurde wissenschaftlich untersucht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) (externer Link) beschreibt bestimmte Zubereitungen aus Mönchspfefferfrüchten als pflanzliche Arzneimittel zur Linderung leichter Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS). Dazu können zum Beispiel Brustspannen, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen gehören.
Die Wirkung zeigt sich allerdings meist nicht sofort, sondern erst nach mehreren Menstruationszyklen. Die Studien beziehen sich auf standardisierte Präparate mit festgelegter Wirkstoffmenge und nicht auf selbst gesammelte Früchte aus dem Garten. Bleiben Beschwerden bestehen oder werden sie stärker, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie Mönchspfeffer im Körper wirken könnte
Wie Mönchspfeffer genau im Körper wirkt, ist noch nicht vollständig geklärt. Präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe – vor allem bestimmte Diterpene – mit Dopamin-D2-Rezeptoren interagieren können. Dadurch könnte die Ausschüttung des Hormons Prolaktin beeinflusst werden.
Dieser mögliche Zusammenhang wird besonders bei Brustspannen diskutiert. Ob und wie stark er die Wirkung bei PMS-Beschwerden erklärt, ist aber nicht abschließend belegt.
Nebenwirkungen und Risiken von Mönchspfeffer
Mönchspfeffer wird meist gut vertragen. Trotzdem können Nebenwirkungen auftreten, etwa Hautreaktionen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Magen-Darm-Beschwerden. Auch Veränderungen des Zyklus sind möglich.
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung von Mönchspfeffer nicht empfohlen. Wer hormonabhängige Erkrankungen hat oder hormonell wirksame Medikamente einnimmt, sollte die Einnahme vorher ärztlich abklären.
Mönchspfeffer im Garten ist keine Heilpflanze zum Selbstanwenden
Mönchspfeffer aus dem eigenen Garten sollte nicht als Heilmittel verwendet werden. Die Forschung bezieht sich auf genau definierte Extrakte mit kontrollierter Zusammensetzung. Bei selbst geernteten Früchten ist unklar, wie viele wirksame Inhaltsstoffe sie enthalten und ob sie mit geprüften Präparaten vergleichbar sind.
Als Gartenpflanze ist der Mönchspfeffer dennoch attraktiv: Mit seinen farbintensiven Blüten setzt er im Garten Akzente und bietet im Spätsommer Nahrung für Bienen, Hummeln und andere Insekten.

