Sie heißen Gebühren- oder Entgeltordnungen, und sie sind ein Zahlen-Dschungel. Jeder deutsche Verkehrsflughafen katalogisiert in einer umfangreichen Preisliste, was er in Rechnung stellt, wenn ein Flugzeug samt Passagieren und Gepäck abgefertigt wird. Dabei geht es sehr ins Detail, da die Fluggesellschaften als Kunden zum Beispiel in Frankfurt oder München (externe Links) eine Vielzahl von Optionen haben.
Das reicht von der Frage, wie groß und wie laut ein Flugzeug ist bis hin zur Entscheidung, die Maschine direkt ans Terminal rollen zu lassen oder die Passagiere mit Bussen zu einer entfernteren Parkposition zu transportieren. Für Außenstehende ist ein Preisvergleich da kaum möglich. Rechnet man aber bei einem vergleichbaren Service-Paket alles zusammen, dann ist der Flughafen München nach Angaben von Lufthansa-Chef Carsten Spohr pro Passagier um rund zehn Euro billiger als sein Wettbewerber in Frankfurt.
Preisvorteil München – Lufthansa will ausbauen
Da die Lufthansa an beiden Standorten Massen von Fluggästen durchschleust summiert sich dieser scheinbar überschaubare Preisunterschied jedes Jahr auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Deswegen will Deutschlands größte Airline auch künftig in Bayern schneller wachsen als an ihrem klassischen Hauptstandort Frankfurt. Erst vor wenigen Tagen kündigte die Lufthansa an, gemeinsam mit dem Münchener Flughafenbetreiber FMG das sogenannte Satelliten-Terminal noch einmal deutlich auszubauen.
Sicherheit ist unterschiedlich teuer
Erhebliche Unterschiede gibt es bei den Gebühren für die sogenannten Luftsicherheitskontrollen, bei denen Passagiere und ihr Gepäck durchsucht werden. Den Rahmen gibt Paragraph 5 des Luftsicherheitsgesetzes vor. Darüber hinaus wird jährlich von den zuständigen Behörden eine Spanne festgelegt, die aktuell zwischen 4,50 und 15 Euro pro Passagier liegt. Mit diesem Geld sollen sowohl das Sicherheitspersonal als auch die notwendige Infrastruktur refinanziert werden, also zum Beispiel Scanner für Passagiere und Handgepäck. Die aktuellen Preise werden in einer Übersicht des Bundesinnenministeriums (externer Link) veröffentlicht.
Dabei schneiden die bayerischen Flughäfen aus Passagiersicht vergleichsweise gut ab. So ist der Allgäu Airport in Memmingen mit 5,32 Euro der bundesweit günstigste Flughafen, und auch München und Nürnberg berechnen aktuell weniger als 10 Euro. Sie liegen damit im innerdeutschen Vergleich im unteren Drittel. In Frankfurt wird mit 10,90 Euro deutlich mehr kassiert. Und an gleich acht überwiegend kleineren Airports schöpft man mit 15 Euro den maximal erlaubten Betrag pro Passagier aus. Hintergrund ist, dass dort für relativ wenig Passagiere vollwertige Kontrollen vorgehalten werden müssen, was die Kosten pro Fluggast nach oben treibt.

