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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Können Ruheständler die Ärztelücke schließen?
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Können Ruheständler die Ärztelücke schließen?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 30. Juli 2026 10:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Jakob Berger ist seit 44 Jahren Hausarzt in Wemding in Nordschwaben. Er arbeitet auch mit 76 noch – zum einen aus Leidenschaft: „Die Arbeit, die ist so erfüllend und macht so viel Spaß und gibt einem Befriedigung und einen Sinn im Leben.“

Inhaltsübersicht
Die Lücke wird bald größerOberbayern, Schwaben und Mittelfranken betroffenPraxen in GenossenschaftsformLösen Silver-Worker das Problem?  

Zum anderen treibt Berger sein Verantwortungsgefühl dazu, weiter durchzuhalten. Wenn ein Arzt aufhöre, dann würden reihenweise Patienten ohne Arzt dastehen, sagt er. Hausbesuche könnten dann oft nicht mehr stattfinden. Und ältere Menschen, weiß Berger, schaffen es oft nicht weite Strecken zum nächsten Hausarzt zu fahren. Auch deshalb denkt Jakob Berger nicht ans Aufhören. Irgendwann hofft er auf seine Tochter als Nachfolgerin – damit seine Patienten weiterhin versorgt bleiben. 

Die Lücke wird bald größer

Die Zukunft sieht nicht rosig aus. In der Region sind knapp ein Drittel der Ärzte 60 Jahre und älter – bayernweit ist die Lage ganz ähnlich. Das heißt, es bahnt sich eine große Lücke an, zumal Hausärzte, die in den Ruhestand gehen wollen, häufig keinen Nachfolger für ihre Praxis finden.

Oberbayern, Schwaben und Mittelfranken betroffen

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns hat sich genau angeschaut, wo es in Bayern eng wird mit der hausärztlichen Versorgung [externer Link]. Demnach gibt es einige Städte und Gemeinden, in denen bereits jetzt die Patientinnen und Patienten nicht ausreichend versorgt sind. Dazu zählen das oberbayerische Moosburg, das schwäbische Lauingen und Feuchtwangen in Mittelfranken.

Neben diesen rot gekennzeichneten Flecken findet man in der Karte noch deutlich mehr rosa Stellen. Das sind jene Gebiete, wie etwa rund um Coburg oder in Teilen von Ingolstadt, in denen sich ein Hausärztemangel anbahnt. Wenn nichts passiert und in den nächsten zehn bis 15 Jahren viele Mediziner in den Ruhestand gehen, werden viele Menschen hier ohne Hausarzt dastehen.

Praxen in Genossenschaftsform

Wenn man erst dann reagiert, wenn der Mangel richtig sichtbar wird, könnte es zu spät sein. Gesundheitsökonom Andreas Beivers berichtet, dass es im Durchschnitt 24 Monate dauert, bis Hausärzte für ihre Praxis einen Nachfolger finden. Das liegt auch daran, dass viele Nachwuchsmediziner die reine Freiberuflichkeit nicht interessant finden. Womöglich braucht man neue Formen, wie Arztpraxen organisiert werden können. Beivers schlägt vor, über genossenschaftliche Formen nachzudenken, wo sich mehrere Teilhaber eine Praxis gleichberechtigt teilen.

Lösen Silver-Worker das Problem?  

Eine andere Möglichkeit, das Problem anzupacken, ist, praktizierende Ärztinnen und Ärzte zum Weitermachen zu bewegen. Beivers sagt: „Vor dem Hintergrund dessen, müssen wir überlegen, wie können wir Anreize setzen, entbürokratisieren, dass es vielleicht interessanter wird, ein paar Jahre hintendran zu hängen.“ Klar sei aber auch: Silver-Worker können das Problem nicht grundsätzlich beheben, sondern nur um einige Jahre nach hinten verschieben. 

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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