Die Deutsche Bahn sieht sich auf einem guten Weg aus der Krise. Unter dem Strich machte der Konzern im ersten Halbjahr 147 Millionen Euro Gewinn. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro, die Zahl der Reisenden ebenfalls um 1,8 Prozent auf 960 Millionen. Im Vorjahreszeitraum hatte die DB noch einen Verlust von 760 Millionen Euro ausgewiesen.
„Wir sind im ersten Halbjahr 2026 gut vorangekommen und haben eine wichtige Wegmarke erreicht“, erklärte Bahn-Chefin Evelyn Palla. „Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben.“
2026 bezeichnet die Bahn als „Super-Baujahr“: Im ersten Halbjahr seien 14.000 Baustellen fertiggestellt worden. Das Baugeschehen spiegelt sich auch in den Investitionen wider: Sie legten um 18 Prozent zu auf 8,7 Milliarden Euro – „der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der DB“. Das meiste Geld gaben Bund und die Bahn selbst. Die Netto-Schulden der DB stiegen daher um eine Milliarde Euro auf 21,6 Milliarden Euro.
Pünktlichkeit bleibt großes Problem
Neben den vielen Baustellen und dem maroden Schienennetz trugen auch der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni zu den schlechten Pünktlichkeitswerten bei, wie die Bahn ausführte. 59 Prozent der Fernverkehrszüge kamen mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel, 76 Prozent mit weniger als 15 Minuten. Im Regionalverkehr lag die Quote (sechs Minuten Verspätung) bei 88,2 Prozent.
Den Unternehmensangaben nach verbesserte sich die finanzielle Bilanz in allen Geschäftsfeldern. Dazu beigetragen hätten auch „erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern“. Der Personalabbau läuft demnach schneller als geplant.
Auch der Fernverkehr schrieb laut DB wieder schwarze Zahlen und fuhr einen Gewinn von 148 Millionen Euro ein – auch wenn die Fahrleistung wegen der vielen Baustellen niedriger ausfiel als im Vorjahr. Im Fernverkehr legten die Ticketverkäufe im zweiten Quartal zu, was die Bahn auch auf ihre Angebotspreise zurückführte.
Hohe Spritpreise: Viele Pendler steigen auf Bahn um
Die DB Regio machte laut Halbjahresbilanz 89 Millionen Euro Gewinn. „Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten“, erklärte die Bahn. Der Umsatz legte hier um vier Prozent zu.
Die Gütersparte DB Cargo schrammte mit einer Million Euro Verlust knapp an der schwarzen Null vorbei. Der Bereich ist dennoch weiterhin ein Sorgenkind: „Der Sanierungsdruck ist weiter hoch, insbesondere bei anhaltend schwacher Konjunktur und instabiler infrastruktureller Lage“, erklärte die DB.
Mit Informationen von dpa und AFP

