Das Hoch Olaf beschert Bayern in diesen Tagen heißes Wetter. Besonders in den fränkischen Tieflagen können Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius erreicht werden. Für uns heißt das: Obacht! Denn schon ab 30 Grad Außentemperatur kämpft der menschliche Körper mit Hitzestress. Besonders für alte und kranke Menschen sowie Kinder ist die Hitze gefährlich.
Der Hitzschlag: ein medizinischer Notfall
Zu wenig Wasser, zu viel Sonne: im schlimmsten Fall kann diese Kombination zu einem Hitzschlag führen. Ein lebensbedrohlicher Notfall, sagt die Umweltmedizinerin Elke Hertig von der Universität Augsburg. Grund: Beim Hitzschlag kollabiert die körpereigene Thermoregulation vollständig, das heißt der Körper ist nicht mehr in der Lage, sich selbst abzukühlen, etwa durch Schwitzen. Die Folge ist hohes Fieber über 40 Grad Celsius.
Wer ist besonders gefährdet?
Bei Babys und Kleinkindern ist die Thermoregulation noch nicht vollständig ausgebildet und sie brauchen relativ mehr Wasser als Erwachsene. Das macht sie besonders anfällig für Hitzschläge, etwa wenn das Kind in einem Auto zu viel Hitze ausgesetzt ist oder zu lange bei heißem Wetter draußen aktiv war.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag?
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (externer Link) nennt heiße, errötete Haut beim gleichzeitigen Fehlen von Schweiß als Hauptsymptom. Typisch sind auch Muskelkrämpfe, vor allem in den Beinen.
Dazu kommen flache Atmung und Bewusstseinsstörungen. Umweltmedizinerin Elke Hertig: „Ich würde erstmal versuchen anzusprechen, ist das Kind noch klar, kann es normal artikulieren. Wenn nicht, dann ist es auf jeden Fall ein medizinischer Notfall.“
Hitzschlag: wie handeln?
Treffen oben genannte Symptome zu, dann gilt es sofort den Notruf 112 zu wählen. In der Zwischenzeit sollte das Kind oder die betroffene Person sofort in den Schatten gebracht werden. Es gilt: abkühlen. Kleidung sollte so gut wie möglich entfernt werden, rät Umweltmedizinerin Hertig. Und falls die Person ansprechbar ist, können Getränke in Zimmertemperatur eingeflößt werden. Das Rote Kreuz empfiehlt Saftschorlen oder Früchtetees.
Möglich sind auch feuchte Wickel. Achtung: Kein Eis oder Kühlpacks direkt auf den Kopf geben. Bis zum Eintreffen des Notdienstes sollte außerdem die Atmung kontrolliert werden – bei Bewusstlosigkeit den Körper in die stabile Seitenlage bringen.
Was ist der Unterschied zu Hitzeerschöpfung?
Hitzeerschöpfung ist die Vorstufe zum Hitzschlag. Auch sie entsteht durch eine Kombination von Wassermangel und Bewegung bei heißen Temperaturen. Typische Symptome sind Frösteln trotz Hitze, Kopfschmerzen und Schwindel. Hier braucht es nicht unbedingt einen Notruf, aber das Kind sollte dennoch schnellstmöglich an einen schattigen, kühlen Ort gebracht werden.
Es gilt: Ruhe, Abkühlung und viel trinken. Die Umweltmedizinerin rät zu ärztlicher Hilfe, wenn die Beschwerden nach wenigen Stunden nicht abgeklungen sind.
Was ist der Unterschied zum Sonnenstich?
Ein Sonnenstich entsteht nicht durch eine Überhitzung des Körpers wie beim Hitzschlag, sondern durch zu viel direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf oder den unbedeckten Nacken. Das führt zu einer Reizung der Hirnhaut. Typisch ist ein roter und heißer Kopf, starke Kopfschmerzen und Übelkeit mit Erbrechen. Auch hier gilt: Die betroffene Person sofort raus aus der Sonne holen und abkühlen. Bei Bewusstlosigkeit unverzüglich den Notruf 112 wählen.

