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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Ein Befreiungsschlag – Ariana Grandes neues Album „Petal“
Kultur

Ein Befreiungsschlag – Ariana Grandes neues Album „Petal“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 4. August 2026 12:48
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Ariana Grande war unheimlich fleißig in den letzten Jahren. 2024 kam ihr letztes Album „Eternal Sunshine“ raus, im selben Jahr begannen die Dreharbeiten zu den beiden Musical-Filmen „Wicked“, für die Grande eine Oscarnominierung einheimste. Seit Freitag ist nun das neue Album („Petals“) auf dem Markt, und das, während sie gerade noch auf Tour mit der alten Platte ist.

Inhaltsübersicht
Ariana Grande hat genugEin Album entstanden aus roher WutGrande verlässt den Mainstream-Pop

Ariana Grande hat genug

Noch im Januar schrieb Grande auf Instagram, sie bräuchte eigentlich ein weiteres Gehirn und vier zusätzliche Arme, um in dieser Lebensphase weiter Musik machen zu können. Es mehrten sich schon damals die Spekulationen um ihren Gesundheitszustand.

Drei Tage nach Veröffentlichung ihres neuen Albums dann der große Knall: Am Sonntag kündigte Ariana Grande an, dass sie sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen wird. Außerdem sagte sie ihre Teilnahme an einer Musicalproduktion im Londoner Westend nächstes Jahr ab. Eine Überlastungsreaktion? Angesichts ihres Arbeitspensums wäre das kein Wunder.

Dass Grande genug hat, spürt man auch auf dem neuen Album, auch wenn der Titel „Petal“ (deutsch: Blütenblatt) so betont sanft daherkommt. Sie denke dabei gerne an eine zarte Blume, die sich ihren Weg durch Risse im Beton bahnt, hat Grande in einem Interview erzählt.

Ein Album entstanden aus roher Wut

Doch auch ohne dieses Wissen hört man dem neuen Album sofort an, dass die Sängerin in ihrem Leben etwas grundsätzlich ändern will. „Sie sagen, eine Künstlerin braucht Tränen, um wieder zu schreiben, aber ich brauche niemanden, der mich rettet, denn weder ich, noch die Musik werden sterben“, singt Ariana Grande im Titelsong. Und im Musikvideo dazu macht sie einer nölenden Casting-Jury mit der Kettensäge den Garaus.

Die ständigen Kommentare über alle Aspekte ihres Privatlebens seien für sie schlimmer gewesen, als jeder kreative Stress, hat Grande erzählt. Sie sei dadurch an ihre Grenzen gekommen. Ihre Antwort darauf ist aber nicht einfach der Rückzug aus der Öffentlichkeit. Ariana Grande verarbeitet das Erlebte auch künstlerisch.

Viele der Songs des neuen Albums seien aus einer rohen Wut heraus entstanden, so Grande. Während sie früher ihre Texte im Nachhinein immer abgemildert hätte, hätte sie sich diesmal für Klartext entschieden: Sie prangert offen den Druck an, der auf ihr lastet, und die Schuld für eine gescheiterte Beziehung will sie auch nicht mehr einfach übernehmen.

Grande verlässt den Mainstream-Pop

Dieses entschlossene Selbstbewusstsein zeigt sich auch musikalisch. Keines ihrer bisherigen Alben klang so dunkel und so wenig nach „Wir brauchen unbedingt möglichst viele Nr. 1-Hits“. Für eine zornige Abrechnung mit Ex-Freunden und anderen Kritikern schwere Hip Hop-Beats zu verwenden, wie im Song „Like I Do“, ist naheliegend. Ariana Grande geht die Sache aber auch raffinierter an.

In der zweiten Albumhälfte dominiert nämlich wieder ihr Lieblingsthema: Liebe und Beziehungen in allen Facetten. Auch wenn sie zuvor in ihren Texten schon selbstbewusst feministische Sichtweisen vertreten hat – unterlegt mit Mainstream-Pop wurde diese Botschaft immer wieder weichgespült.

Jetzt gelingt ihr diese Verbindung besser. Im Song „Freak“ zum Beispiel wehrt sie sich dagegen, als Popstar eine gläserne Beziehung führen zu müssen und bettet das Ganze ein in einen reduzierten 90er-Indierock-Sound, der ihrer Stimme endlich Raum zur Entfaltung lässt.

Alles in allem ist „Petal“ ist das stimmige Statement eines Stars, der sich aus dem Rampenlicht zurückzieht. Ariana Grandes neues Album zeichnet das Bild einer Frau, die begonnen hat, konsequent ihr Leben zurückzugewinnen. Man kann ihr nur wünschen, dass das gelingt.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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