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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Munich Re: So berechnen Mathematiker Katastrophenrisiken 
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Munich Re: So berechnen Mathematiker Katastrophenrisiken 

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 4. August 2026 17:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Waldbrände, Erdbeben oder eingestürzte Brücken, Naturkatastrophen oder Großschäden können Milliarden kosten. Aber auch Kreditausfälle von großen Unternehmen, Staaten oder steigende Lebenserwartungen in Lebensversicherungen bergen immense Risiken für die Versicherungsbranche. Damit Versicherungen auch extrem hohe Schäden bezahlen können, sichern Rückversicherungen einen Teil dieses Risikos ab.

Inhaltsübersicht
Munich Re: Mathematiker berechnen RisikenWie große Schäden abgesichert werdenWarum Katastrophen oft teurer werden als erwartetMathematikstudium: Der Weg zur Munich ReTrainee bei der Munich Re: Assessment-Center und GehaltKarriere als Mathematiker: Arbeiten bei der Munich Re weltweit

Munich Re: Mathematiker berechnen Risiken

Eine der führenden weltweit ist die Munich Re mit Hauptsitz in München. Dort arbeitet Alex als Trainee. Er arbeitet an mathematischen Modellen mit, analysiert Wahrscheinlichkeiten und unterstützt dabei, Risiken möglichst präzise einzuschätzen.  „Ich habe auf jeden Fall am meisten Respekt vor den Größenordnungen, mit denen man hier arbeitet“, sagt Alex. 

Allein Naturkatastrophen verursachten weltweit im Jahr 2025 Schäden von rund 224 Milliarden US-Dollar.  Für rund 108 Milliarden US-Dollar kamen Versicherer auf. Genau solche Risiken sind die Grundlage für die mathematischen Modelle der Rückversicherung. 

Wie große Schäden abgesichert werden

Eine Rückversicherung versichert andere Versicherungsunternehmen. Sie springt ein, wenn Schäden oder Naturkatastrophen für Erstversicherer zu teuer werden.  Die Munich Re war unter anderem an der finanziellen Absicherung von Großschäden wie dem Einsturz der “Francis Scott Key Bridge“ in Baltimore im Jahr 2024, den Waldbränden in Kalifornien 2025, dem Erdbeben von San Francisco 1906 oder dem Untergang der Titanic 1912 beteiligt.

Warum Katastrophen oft teurer werden als erwartet

Alex beschäftigt sich gerade mit der sogenannten “Post-Loss-Amplification“. Dabei geht es um den Effekt, dass die Kosten nach einer Katastrophe häufig deutlich höher ausfallen als zunächst erwartet. Zum Beispiel, weil Materialpreise steigen oder Fachkräfte knapp werden. Außerdem unterstützt er eine Kollegin bei der Dokumentation von Reserverisiken.  „Unsere mathematischen Modelle beschreiben, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Schäden in Zukunft eintreten werden. Das ist das Grundprinzip des Versicherungswesens: Mithilfe mathematischer Modelle lassen sich zukünftige Risiken abschätzen“, erklärt Alex. 

Mathematikstudium: Der Weg zur Munich Re

Bei seiner Arbeit profitiert Alex von seinem Mathematikstudium. Er schloss Bachelor und Master an der Technischen Universität München ab und startete 2025 das zweijährige Traineeprogramm im Mathe-Track der Munich Re. Parallel absolviert er zusätzlich eine berufsbegleitende Ausbildung zum Aktuar bei der Deutschen Aktuarvereinigung. 

Während des Traineeprogramms durchläuft Alex verschiedene Unternehmensbereiche. Aktuell arbeitet er im Bereich „Risk-Management“. Hier wird das benötigte Risikokapital ausgerechnet, das auch Auswirkungen auf die Bilanz des Unternehmens und auf den Aktienkurs haben kann.  “Die mathematischen Grundlagen sind im Versicherungswesen sehr wichtig, weil das gesamte Geschäftsmodell darauf beruht, dass man statistischen Gesetzmäßigkeiten und mathematischen Modellen vertraut“, sagt Alex.  

Trainee bei der Munich Re: Assessment-Center und Gehalt

Der Einstieg in das Traineeprogramm der Munich Re führt über ein mehrstufiges Assessment-Center. Alex gehört heute zu rund 30 Trainees bei der Munich Re.  „Ich erinnere mich auf jeden Fall noch an den Tag, an dem ich die Zusage für das Traineeprogramm bekommen habe“, erzählt Alex. “Es gibt einem ein gewisses Selbstbewusstsein, wenn man bei der Munich Re direkt angenommen wird. Man hat es durch den Bewerbungsprozess geschafft und ich war einfach glücklich.“ 

Neben mathematisch-analytischem Denken seien vor allem Lernbereitschaft, Kommunikationsstärke, Neugier und Frustrationstoleranz im Job gefragt.  „Von uns wird erwartet, dass wir leistungsbereit sind und mehr oder weniger ein Leben lang lernen wollen.“ 

Das Einstiegsgehalt im Traineeprogramm liegt bei mehr als 70.000 Euro brutto pro Jahr. “Ich denke, die Karriere- und Verdienstchancen bei der Munich Re sind auf jeden Fall gegeben. Die Gehälter sind überdurchschnittlich“, sagt Alex.  

Karriere als Mathematiker: Arbeiten bei der Munich Re weltweit

Nach Stationen in verschiedenen Abteilungen wartet auf Alex bald ein Auslandsaufenthalt: Anfang kommenden Jahres geht es im Rahmen des Traineeprogramms nach New York. Die Munich Re beschäftigt weltweit rund 44.000 Mitarbeitende, etwa 4.000 davon am Standort München. 

Für Alex ist Mathematik längst mehr als reine Theorie. Er arbeitet an Modellen mit, die Versicherungen dabei helfen, Risiken besser einzuschätzen und auch nach milliardenschweren Schadensereignissen handlungsfähig zu bleiben. 

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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