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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Waren sie betrunken?“: So blamierten sich Putins Diplomaten
Kultur

„Waren sie betrunken?“: So blamierten sich Putins Diplomaten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 3. August 2026 16:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Ist das ein Hackerangriff? Waren sie betrunken? Oder ist das wirklich der Gipfel der Banalität? Ich würde es für eine Fälschung halten, wenn da nicht das Kontrollkästchen wäre, das bestätigt, dass es sich um die russische Botschaft in Rom handelt“, so der russische Blogger Anatoli Scharij [externer Link] über eine offizielle Verlautbarung, die zahlreiche Beobachter am Gemütszustand der russischen Diplomatie zweifeln lässt.

Inhaltsübersicht
„Fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre“„Schlag ins Gesicht für uns und sie“

Nach einem blutigen Bombenanschlag auf die Geburtstagsfeier eines russischen Generals in dem italienischen Luxusrestaurant „Balzi Rossi“ in Moskau hatte die russische Vertretung in Rom geschrieben [externer Link]: „Es ist offensichtlich, dass die Kiewer Terroristen mit dem gezielten Terroranschlag auf eines der besten italienischen Restaurants Moskaus die in Russland arbeitenden Italiener einschüchtern wollten. Sie wollten ihnen zeigen, dass auch sie angegriffen werden und jederzeit die nächsten Opfer dieser Schurken werden könnten.“

„Fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre“

Die unmittelbare Reaktion des mit 400.000 Fans populären Bloggers Oleg Sarow [externer Link]: „Ich bin ratlos. Warum hat unser Außenministerium diese Erklärung in Italien abgegeben?“ Kollege Sergei Koljasnikow (448.000 Abonnenten) fragte völlig entgeistert: „Ist das Ihr Ernst?“ Ein weiterer Beobachter seufzte [externer Link], die Ära der „Spezialoperation“ sei „voller [Propaganda-]Blüten“: „Es wäre fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre.“ Propagandist Alexander Kartawik (148.000 Fans) schimpfte: „Das zu kommentieren, würde alles nur verschlimmern.“

Kommentator Maxim Scharow meinte [externer Link]: „Die russische Botschaft in Italien geht ein hohes Risiko ein, indem sie den Kreml mit dieser brisanten Nachricht provoziert. Die Position des Kremls zu den Ereignissen vom Samstagabend in Moskau ist noch nicht endgültig geklärt, und die Botschaftsmitarbeiter in Italien treiben es – wie üblich – mit Provokationen auf die Spitze. Normalerweise haben nur die russischen Botschafter in den USA und Großbritannien vom Kreml freie Hand, eine unabhängige Medienpräsenz zu pflegen.“

Unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi (1936 – 2023) habe die russische Botschaft in Rom zwar auch eine gewisse Autonomie genossen, so Scharow, doch der sei bekanntlich längst verstorben: „Daher passieren solche ‚Geschichten‘ leider auch hier.“

„Schlag ins Gesicht für uns und sie“

Politologe Stanislaw Belkowski spottete [externer Link], die russische Elite mache eben von jeher gern den Westen für alle Probleme verantwortlich: „Zu behaupten, der italienische Chefkoch Alfieri sei – bei allem gastronomischen Respekt – für den Kreml wichtiger als dessen eigene Supergeneräle und deren Familien, ist maßlos, selbst für die Verhältnisse dieser unerbittlichen, unterwürfigen Tradition. Moderne russische Diplomaten verstehen das nicht, aber lassen wir das. Schließlich stammt diese wirkungsvolle, grundlegende kreative Idee nicht von ihnen, sondern von den politischen Strategen des Kremls.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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