Sie ist Bulgariens neueste Sport- und Show-Location: Die 2023 eröffnete Arena Burgas. Dort wird nach einer Entscheidung des Veranstalters, der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und des Bulgarischen Nationalfernsehens BNT, vom 10. bis 15. Mai 2027 der 71. Eurovision Song Contest stattfinden. In dem traditionsreichen Urlaubsort an der Schwarzmeerküste soll ein „Eurovision Village“ aufgebaut und ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten werden.
ESC-Fans dürften die Gelegenheit nutzen, nebenbei eine Strandliege anzumieten oder die nahegelegene historische Altstadt von Nessebar zu besuchen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und auf einer pittoresken Halbinsel liegt.
In diesem Jahr hatte die bulgarische Sängerin Dara mit „Bangaranga“ das ESC-Finale in Wien für sich entschieden und den Musikwettbewerb damit zum ersten Mal nach Bulgarien geholt. Neben den Halbfinals und dem Finale werden auch Previews stattfinden.
„Überzeugendes Gesamtpaket“
Burgas, nicht zu verwechseln mit dem nordspanischen Burgos, biete den Fans eine „einzigartige Kulisse“, heißt es von den Entscheidungsträgern [externer Link]: „Bulgariens viertgrößte Stadt ist bekannt für ihre Strände, Parks, ihr pulsierendes Kulturleben und ihre lebhaften Sommerveranstaltungen. Sie hat sich einen hervorragenden Ruf als Austragungsort für Musik-, Kunst- und internationale Kulturfestivals erworben.“
Vier bulgarische Städte, darunter auch die Hauptstadt Sofia, hatten sich als Austragungsorte beworben. Eine internationale Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des BNT und der EBU sowie internationalen Experten, die in den letzten Jahren am Eurovision Song Contest mitgewirkt haben, hatte die eingereichten Unterlagen geprüft und die Orte besichtigt. Warna und Plowdiw schieden als erste Bewerber aus, in der Endrunde ging es nur noch um die Alternativen Sofia und Burgas.
„Burgas wurde letztendlich aufgrund seines überzeugenden Gesamtpakets ausgewählt, das die für den Eurovision Song Contest erforderlichen Voraussetzungen hinsichtlich Veranstaltungsort und technischem Potenzial mit Unterkunftskapazitäten, Verkehrsanbindung und internationaler Vernetzung, einem starken Engagement der Gemeinde und einer klaren Vision für die Umwandlung der gesamten Stadt in einen Teil des Eurovision-Erlebnisses vereint“, heißt es in der offiziellen Begründung von EBU und BNT.
Sofia, Plowdiw und Warna würden sich allerdings „ebenfalls am Rahmenprogramm beteiligen und dabei auf die Begeisterung, die Ideen und das Engagement zurückgreifen, die sie während des gesamten Prozesses gezeigt haben“.
„Einladende Stadt am Schwarzen Meer“
Die Burgas Arena fasst bei Konzerten bis zu 15.000 Zuschauer. Normalerweise ist sie Heimat des örtlichen Basketball-Clubs BC Chernomorets. Währungsumtausch-Probleme werden die anreisenden Fans nicht haben: Bulgarien ist seit diesem Jahr Mitglied der Euro-Zone.
ESC-Direktor Martin Green sagte: „Burgas bringt etwas ganz Besonderes zum Eurovision Song Contest mit. Es ist eine lebendige, einladende Stadt am Schwarzen Meer mit einer starken musikalischen und kulturellen Identität und verfügt über den Ehrgeiz, die Infrastruktur und die Leidenschaft, die nötig sind, um die Eurovision-Familie willkommen zu heißen.“
Der ESC solle sich „wahrhaft bulgarisch anfühlen“, so Green. Die Generaldirektorin des Senders BNT, Milena Milotinowa sprach von einem „intensiven und hart umkämpften Prozess“ und meinte: „Mit diesem Sieg geht eine große Verantwortung einher, und ich hoffe, die wahren Gewinner werden die vielen internationalen Besucher sein, die nach Burgas kommen, um es selbst zu erleben.“
„Vereint und inspiriert“
Dimitar Nikolow, Bürgermeister von Burgas, will die Reise der ESC-Teilnehmer und -Fans zu einem „unvergesslichen Erlebnis“ machen: „Hier geht es nicht darum, dass eine Stadt den Eurovision Song Contest ausrichtet. Hier ist Bulgarien Gastgeber des Eurovision Song Contest – eine ganze Gemeinschaft, vereint und inspiriert.“
In ihrer Pressemitteilung sprechen die Veranstalter davon, dass die Stadt Wien mit dem ESC rund 88.000 zusätzliche Touristen angelockt und 57 Millionen Euro Umsatz gemacht habe, im schweizerischen Basel hätten sogar zusätzliche 272 Millionen Euro für einen wirtschaftlichen „Aufschwung“ gesorgt.

