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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Nach der Sonnenfinsternis: Wann Sie zum Augenarzt sollten
Wissen

Nach der Sonnenfinsternis: Wann Sie zum Augenarzt sollten

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 13. August 2026 11:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Die partielle Sonnenfinsternis hat viele Menschen in Bayern in ihren Bann gezogen. Bei einem solchen Ereignis ist es wichtig, die Augen mit einer zertifizierten Sonnenfinsternis-Brille zu schützen. Da die Brillen vielerorts schnell ausverkauft waren, dürfte die Versuchung groß gewesen sein, trotzdem einen kurzen Blick zu wagen oder auf ungeeigneten Ersatz wie normale Sonnenbrillen oder selbst gemachte Modelle zurückzugreifen. Dabei kann schon ein kurzer ungeschützter Blick gefährlich werden: Bereits wenige Sekunden können ausreichen, um die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut dauerhaft zu schädigen. Wer während der Sonnenfinsternis ungeschützt in die Sonne geschaut hat, fragt sich deshalb womöglich: Ist etwas passiert?

Inhaltsübersicht
Warum der Blick in die Sonne gefährlich sein kannSonnenschäden an der Netzhaut bleiben oft lange unbemerktWoran lässt sich ein möglicher Netzhautschaden erkennen?Warum eine Sonnenfinsternis leicht unterschätzt wirdNach der SoFi: Wann ein Arztbesuch ratsam ist

Warum der Blick in die Sonne gefährlich sein kann

Auch bei einer partiellen Sonnenfinsternis bleibt die Sonne hell genug, um die Netzhaut zu schädigen. „Viele unterschätzen die Gefahr der verbleibenden Sonnensichel bei partieller Sonnenfinsternis. Sogar bei einer schnellen vollständigen Bedeckung der Sonne darf die zertifizierte Schutzbrille nicht abgenommen werden. Die für das Sehen wichtige Netzhaut könnte dauerhaft geschädigt werden“, warnt Christian Richter vom Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland e.V. (BVA) (externer Link).

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) (externer Link) weist darauf hin, dass die Augenlinse die Sonnenstrahlen ähnlich wie ein Brennglas auf die Netzhaut bündelt. Die konzentrierte Strahlung kann die lichtempfindlichen Sehzellen dort durch Wärme und photochemische Prozesse schädigen.

Sonnenschäden an der Netzhaut bleiben oft lange unbemerkt

Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Schäden bleiben daher oft zunächst unbemerkt. Augenärzte raten deshalb, Veränderungen des Sehvermögens nach einer Sonnenbeobachtung ernst zu nehmen. „Die Schäden können, müssen sich aber nicht zurückbilden. Eine Therapie gibt es nicht, man kann nur den natürlichen Verlauf beobachten“, sagt DOG-Experte Professor Vinodh Kakkassery.

Woran lässt sich ein möglicher Netzhautschaden erkennen?

Mediziner sprechen von einer Sonnenretinopathie, bei einer Sonnenfinsternis auch von einer Eclipse-Retinopathie. Nach Angaben des BVA können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • Das Sehen in der Mitte des Blickfelds wird unscharf oder verschwommen.
  • Helles Licht blendet stärker als gewohnt.
  • Farben wirken verändert oder ausgewaschen.
  • Gerade Linien erscheinen verbogen oder wellig.
  • Nachbilder bleiben ungewöhnlich lange sichtbar.

Typisch ist, dass die Symptome nicht sofort auftreten. Häufig werden sie erst einige Stunden später bemerkt, manchmal sogar erst am nächsten Tag.

Warum eine Sonnenfinsternis leicht unterschätzt wird

Während einer partiellen Sonnenfinsternis wirkt die Sonne viel weniger hell als sonst. Das kann schnell dazu verleiten, doch etwas länger hinzuschauen. Gefährlich bleibt der direkte Blick trotzdem: Auch die schmale Sonnensichel kann die Netzhaut schädigen. Deshalb muss die Schutzbrille beim Blick in die Sonne selbst dann aufbleiben, wenn der Mond die Sonne fast vollständig verdeckt.

Nach der SoFi: Wann ein Arztbesuch ratsam ist

Wer nach einem ungeschützten Blick in die Sonne verschwommen, verzerrt oder schlechter sieht, sollte seine Augen ärztlich untersuchen lassen. Zwar lassen sich bereits geschädigte Netzhautzellen nicht wiederherstellen. Der Augenarzt kann aber feststellen, ob die Netzhaut verletzt wurde und wie stark die Schäden sind. Das Sehvermögen kann sich von selbst wieder erholen – doch in welchem Ausmaß, lässt sich vorher nicht sagen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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