Eine Doku über den Alltag in Israel
Der Film zeigt aber nicht nur eine Musikerin auf der Bühne. Er erzählt auch vom Alltag in einem Land, das seit Jahren von Gewalt und Unsicherheit geprägt ist. „Diese Dinge sind im Film, weil sie Teil unseres Lebens sind,“ erklärt Erez. „Wir leben in Zeiten großer Konflikte und des Krieges, verlieren Menschen um uns herum und sehen viel Leid auf beiden Seiten.“
Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gerät die Musikerin selbst ins Visier. Weil sie die Regierung von Benjamin Netanjahu kritisiert, wird sie von unterschiedlichen Seiten angegriffen. Hasskommentare und Morddrohungen gehören plötzlich zum Alltag.
„Du sitzt morgens auf der Toilette und was machst du da wohl,“ erzählt Noga Erez. „Als ich durch die Nachrichten scrollte, hat mich das so aufgebracht gegen andere Leute wie nichts anderes zuvor. Ich will das alles nicht mehr lesen, sagte ich mir – und habe das Handy ins Klo geschmissen und mit dem Rest runtergespült.“
Auch intime Momente
Gleichzeitig begleitet der Film Noga Erez und ihren Partner und Co-Musiker Ori Rousso in einer der persönlichsten Phasen ihres Lebens: Sie erwarten ihr erstes Kind. Was Noga Erez nicht aufhält: „Ihr könnt eine Karriere haben und ein Baby,“ sagt sie. „Kriegt Kinder, wenn ihr wollt.“ Und Partner Rousso versichert: „Das Leben ist immer noch Rock ’n‘ Roll.“
„Noga“ ist weit mehr als eine klassische Musik-Dokumentation. Es ist das Porträt einer Künstlerin, die zwischen Bühne, Krieg, öffentlichem Druck und privatem Glück ihren eigenen Weg sucht.

