Der neue Kluftinger-Krimi „Blendwerk“ kommt bald in die Buchläden. Darin geht es um die Schattenseiten von Social Media. Wie der Kommissar dazu steht, kann man sich denken. Und die Autoren? Eine „Tatort“-Begehung mit Volker Klüpfel und Michael Kobr im Westallgäu.
Inszenierte Instagram-Welt
Zur Story: Eine Influencerin liegt tot in der Schlucht des Tobels. Kommissar Kluftinger ermittelt. Ist sie für ein riskantes Selfie gestürzt oder steckt ein berechnender Mord dahinter? Der Fall führt den Allgäuer Eigenbrötler in eine Welt, mit der er so viel anfangen kann wie mit veganen Käsespätzle: Social Media. Noch am Tatort soll er für einen internationalen Livestream Stellung nehmen zum Tatbestand und erwidert: „The Übertragung is over now, over and out with the Schmarrn.“
Die Autoren Kobr und Klüpfel verraten bei der Tatortbegehung im Tobel, dass sie für Recherchen zum Buch tief eingedrungen sind in digitale Scheinwelten von Fake-Accounts, gekauften Followern und Cyberkriminalität.
Nicht die geborenen Influencer
Klüpfels Leben wäre ohne soziale Medien entschieden einfacher, gibt er zu. „Aber alle sagen immer, man muss es machen. Ja, dann mach ich’s halt.“ Und auch Kobr verrät, dass er durchaus einen Social-Media-Druck verspürt, wenn er ständig checkt, wie viele Likes er für seine Posts bekommt. Bei 400 klopft er sich dann abends auf die Schulter.
8,5 Millionen verkaufte Kluftinger-Bände
Dabei „influencen“ sie eigentlich über ihre Bücher. Kobr und Klüpfel zählen zur Spitzengruppe der deutschen Regionalkrimi-Reihen. Ihre Heimat ist dabei mehr als nur Kulisse. Die Krimis entwickelten eine regelrechte Allgäu-Markenwirkung – im positiven wie im negativen Sinn. Seitdem sie den Ostallgäuer Alatsee in einem ihrer Bücher beschrieben haben, haben sie dort Parkplatzprobleme. Das hat ihnen der Füssener Tourismuschef erzählt. „Macht uns natürlich nachdenklich, aber als Autor muss man sich davon frei machen“, sagt Klüpfel. Und sie appellieren immer an die Leserinnen und Leser, dass sie ihren Müll wieder mitnehmen und nicht wild campen.
Im Eistobel war während der Wanderung mit den beiden Autoren nicht allzu viel los. Ob sich das nach der Veröffentlichung des neuen Kluftingers ändert? Am 1. Oktober erscheint „Blendwerk“.

