BMW rechnet mit hohen Kosten
Offiziell bestätigen will man das Ganze in der Konzernzentrale nicht, nur so viel: Das Angebot sei in den Tagen nach dem Versand persönlicher Konditionen auf großes Interesse gestoßen. Zum aktuellen Zeitpunkt äußere man sich nicht zum weiteren Verlauf des Personalstrukturprogramms, heißt es auf Anfrage. Man bittet zudem auch um Verständnis, dass man einzelne Abfindungsbeträge grundsätzlich nicht kommentieren wolle. Die Konditionen seien für alle teilnahmeberechtigten Mitarbeitenden auf individueller Basis und nach einheitlichen Grundsätzen ermittelt worden.
Eines ist allerdings auch klar: Solche Abfindungsprogramme kosten erst einmal viel Geld, bevor das Unternehmen dann durch eine geringere Beschäftigtenzahl in den nächsten Jahren Geld spart. Bei BMW rechnet man damit, dass das Programm einen dreistelligen Millionenbetrag kostet. Ab 2028 rechnet der Vorstand dann mit Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro.
Reaktionen auf die Marktlage
Das Ziel: ein großer sozial verträglicher Stellenabbau im sogenannten „indirekten Bereich“, also nicht in der Produktion, sondern in der Verwaltung, vor allem aber auch in der Forschung und Entwicklung. Bis vor kurzem brauchten die Münchner zahlreiche Entwickler für ihre neue Technologie- und Fahrzeuggeneration, die Neue Klasse. Nun, da die ersten Modelle vom Band laufen, sind nicht mehr so viele Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung notwendig.
Zudem setzt auch BMW auf Künstliche Intelligenz und will mit ihr effizienter werden. Und darüber hinaus sinken auch bei den Münchnern Absatz und Gewinne. Im Sommer musste der neue Konzernchef Milan Nedeljković die Prognose für dieses Jahr deutlich nach unten schrauben. Bis Ende nächsten Jahres sollen nun Unternehmenskreisen zufolge insgesamt bis zu 8.000 Stellen wegfallen, neben dem Aufhebungsprogramm auch durch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation. Dieses Ziel könnte nun deutlich früher erreicht werden.

