Sie sind also wieder da. In „Das perfekte Geheimnis“ saßen sieben Freunde beim Abendessen zusammen, legten ihre Handys auf den Tisch und machten jede Nachricht und jeden Anruf öffentlich. Inklusive aller Lügen, Affären und Geheimnisse, die diese Freundschaften zusammenhielten. Schon „Das perfekte Geheimnis“ war eine Komödie, die ihre Figuren vor allem bloßstellte. „Der perfekte Urlaub“ treibt dieses Prinzip jetzt noch weiter.
Wiedersehen auf Mallorca: 100 Minuten Beziehungswirrwarr
Nach besagtem Abendessen sind hier nur ein paar Monate vergangen. Trotz beschädigter Freundschaften und Beziehungen treffen sich alle – konstruiert zufällig – auf Mallorca wieder. Die alten Rollenmuster sind sofort wieder da. Praktisch jede Beziehung ist toxisch. 100 Minuten kreist die Handlung um dieses vergiftete Beziehungsgeflecht. Jede Figur verletzt, manipuliert oder betrügt. Jede Figur wird mehr als einmal vorgeführt.
Florian David Fitz spielt den Mathelehrer Peter und hat sich inzwischen als schwul geoutet. Seine Freunde wollen ihm nun unbedingt zeigen, wie ein schwules Leben ihrer Vorstellung nach auszusehen hat. Die Figur selbst wird überraschend zurückgenommen erzählt, das Problem liegt im Drumherum. Regenbogenslips, Schwulen-Party, stereotype Sprüche. Die Gags werden auf dem Rücken der verletzlichsten Figur ausgeschlachtet.
Eine Komödie auf Ballermann-Niveau
Die vermeintlich ironische Brechung ist so schwach, dass am Ende vor allem die Klischees hängen bleiben. Auch wenn Florian David Fitz selbst den Ansatz verteidigt und über seine Filmfigur erzählt: „Der ist mit diesen Freunden aufgewachsen und er liebt die, hat aber immer das Gefühl gehabt, er gehöre nicht so richtig dazu. Und jetzt verlangen die von ihm, dass er alles machen soll, was sie sich unter ’schwul‘ vorstellen…und er sagt: ‚Sorry, das bin ich aber halt auch nicht.'“
Trotzdem: „Der perfekte Urlaub“ suhlt sich ausgiebig in genau den Stereotypen, die er angeblich entlarven möchte, und ist dabei vor allem laut und vulgär. Eine Komödie auf Ballermann-Niveau, nur eben mit einem der prominentesten Ensembles des deutschen Kinos. Für eine Mainstream-Komödie im Jahr 2026 ist das ein humoristisches Armutszeugnis.

