Wer jetzt noch Photovoltaik will, hat es eilig
Nach Einschätzung des Branchenverbands BSW Solar gab es im dritten Quartal bei der Mehrzahl der Solar-Installationsbetriebe zwar noch freie Kapazitäten, aber inzwischen sind mehr und mehr Betriebe ausgebucht. Eine belastbare, flächendeckende Analyse für Deutschland liege dem Verband nicht vor. „Wer sichergehen will, sollte seine Pläne jetzt in die Tat umsetzen und nach dem Einholen von Vergleichsangeboten einen erfahrenen Installationsbetrieb noch im Oktober beauftragen“, schreibt ein Verbandssprecher auf BR-Anfrage. In der Praxis könnte das jedoch schwierig werden.
Torschlusspanik? Ein Drittel mehr neue Anlagen
Die Auftragsbücher vieler Betriebe sind wegen der Vorzieheffekte voll. Plus ein Drittel installierte Photovoltaik im Heimsegment im Vergleich zum Vorjahr meldete der Branchenverband im dritten Quartal.
Die Preise für Photovoltaikanlagen waren zuletzt weitgehend stabil. Einen stetigen Rückgang gab es beim Preis für Batteriespeicher, die inzwischen bei Heim-Photovoltaik weitgehend Standard sind, um die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen. „Die Kunden bekommen größere Speicher für das gleiche Geld“, beschreibt Matthias Gemeinhardt die Entwicklung.
Wie man langsame Netzbetreiber umgehen kann
Bei Verteilnetzbetreibern müssen Kunden teilweise lange auf den Netzanschluss für ihre Photovoltaik warten. Der oberfränkische Solarunternehmer hat damit leidvolle Erfahrung: „Wer vor dem Jahresende noch angeschlossen werden will, muss schon viele Durchwahlnummern beim Bayernwerk kennen.“ Wegen des Netzbetreibers muss allerdings niemand den Stichtag zum Jahresende verpassen, betont BSW Solar. Nach dem EEG können Photovoltaikanlagen rechtlich auch ohne bereits fertiggestellten Netzanschluss in Betrieb genommen werden. Damit lassen sich gesetzliche Fristen wahren.
Bedingung ist, dass die Anlage technisch betriebsbereit ist, ortsfest installiert wurde und erstmalig mit erneuerbaren Energien in Betrieb gesetzt wurde. Die Inbetriebnahme wird in der Regel durch ein Protokoll des Installationsbetriebs oder des Elektrofachbetriebs dokumentiert. Die Clearingstelle EEG hat dazu offizielle Rechtshinweise veröffentlicht [externer Link]. Einen kleinen Nachteil hat diese Lösung allerdings: Wird eine Anlage ohne betriebsbereiten Netzanschluss offiziell in Betrieb genommen, beginnt der Förderzeitraum bereits zu laufen, obwohl der erzeugte Strom noch nicht eingespeist und vergütet werden kann.

