Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten ist der Mutterkonzern Meta zu einem Milliarden-Bußgeld verurteilt worden. Ein Richter in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico verhängte Meta am Mittwoch eine Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar (gut 22 Milliarden Euro), wie der Sender CNBC und andere Medien berichteten. Der Konzern will das Urteil demnach anfechten.
Richter Francis Mathew begründete die hohe Strafe mit der „außergewöhnlich hohen Zahl vorsätzlicher Verstöße“ durch Meta. Er betonte, auf das Bußgeld fielen jährlich Zinsen in Höhe von 15 Prozent an, bis die Summe vollständig beglichen sei.
Meta will Urteil nicht akzeptieren
Von Meta gab es zunächst keine Reaktion auf die Entscheidung. Nach dem Urteil der Geschworenen vor einigen Wochen hatte der Konzern bereits betont, dass man mit deren Entscheidung nicht einverstanden sei und sich weiter gegen die Vorwürfe verteidigen werde.
Ein Geschworenengericht hatte Meta Ende September schuldig gesprochen, Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht zu haben. Die Jury befand das Unternehmen von Mark Zuckerberg für haftbar, weil es irreführende Angaben darüber gemacht hatte, wie persönliche Facebook-Nutzerdaten mit Anwendungen von Drittanbietern geteilt wurden.
Pro Verstoß war eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar veranschlagt worden – und die Geschworenen fanden Millionen Verstöße, die sich nach Rechnung des Richters auf die Milliardenbeträge addierten.
Millionen Facebook-Konten betroffen
Die Affäre um die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica, die mittlerweile nicht mehr existiert, war im März 2018 bekanntgeworden. Medien aus Großbritannien und den USA enthüllten, dass die Firma die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet hatte, ohne deren Zustimmung einzuholen. Die Daten sollen unter anderem von Politikberatern genutzt worden sein, um die Präsidentschaftswahl 2016 in den USA und das Brexit-Referendum im selben Jahr in Großbritannien zu beeinflussen.
Der Cambridge-Analytica-Skandal wird in den USA vor allem mit dem ersten Wahlsieg von Präsident Donald Trump in Verbindung gebracht. Aber auch andere Politiker der Republikanischen Partei sollen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur von den Daten profitiert haben.
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC warf Facebook nach Bekanntwerden des Skandals vor, gegen Datenschutzregeln verstoßen zu haben, indem es Cambridge Analytica Zugang zu den Nutzerdaten gab. Bereits im Jahr 2019 zahlte der Konzern deshalb eine Geldbuße von fünf Milliarden Dollar.

