„Achtung! Künstliche Intelligenz wird die Menschheit auslöschen!“ Was als Horrormeldung im Internet bestens funktioniert, klingt bei Florian Kreier alias Angela Aux eher lakonisch: „So viel Zivilisation muss vielleicht nicht sein“, heißt es bei ihm etwa im Song „Das Leben ist ein seltsames Klavier“.
Das erste Album auf Deutsch
Wichtig ist ihm das Thema „digitaler Wandel“ trotzdem. So wichtig, dass Kreier sich entschlossen hat, mit „Das Nichts macht Kopien von sich selbst“ zum ersten Mal ein Album auf Deutsch aufzunehmen. Um sich wirklich verständlich zu machen, wie er sagt.
Das tut er übrigens nicht nur musikalisch. Florian Kreier hält Vorträge, forscht und philosophiert zum Themenfeld des digitalen Wandels. Und er hat sich nun Gedanken gemacht, wie diese komplexen Inhalte in einem Popsong funktionieren.
„Auf meiner Platte versuche ich, Menschen den Zugang zu diesen Themenfeldern zu ermöglichen“, sagt er im Interview. Alarmstimmung wolle er dabei aber nicht erzeugen, sondern einfach Popsongs machen, in denen sich die Hörer wohlfühlen, bis sie merken: Hier geht es um mehr. Die sanfte Methode also.
Große Themen, wohlige Sounds
Ob virtuelle Partnerschaft, seelenlose Glücksgefühle oder durchoptimierter Longevity-Alltag – all diese Themen stehen tatsächlich in einem gewissen Kontrast zur Musik auf Angela Aux‘ neuem Album. Die war und ist liebevoll handgemachter, nostalgischer Indie-Folk mit herrlich wabernden, retro-futuristischen Synthesizer-Klängen.
Aus gutem Grund: Er sei überzeugt, dass menschengemachte Musik etwas anderes mit dem Publikum mache als computergenerierte Sounds, sagt Kreier. Seine Musik bezeichne er deshalb gerne auch als Neurofolk. Das „ganze neurologische System“ seines Publikums wolle er damit ansprechen, um, wie er sagt, „die Menschen überhaupt erst in einen Zustand zu bekommen, in dem sie sich mit komplexen Fragen beschäftigen können“.
Ob das gelingt? Ausprobieren!

