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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Apple TV, Netflix und Co – Bekommen wir weniger Inhalte?
Wirtschaft

Apple TV, Netflix und Co – Bekommen wir weniger Inhalte?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. August 2024 07:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Es ist ziemlich unübersichtlich auf dem Streaming-Markt. Als Kundin oder Kunde tut man sich schwer, mit der Wahl des passenden Anbieters. Meist werden es zwei oder drei Abbos. Neben den ganz großen – Netflix, Amazon Prime und Disney+ – gibt es noch eine ganze Reihe anderer renommierter Anbieter. Dazu zählen Apple TV, Wow (Sky) oder Paramount, der Streaming-Dienst der großen Filmproduktionsfirma. Daneben tummeln sich noch reihenweise kleinere Bezahl-Dienste wie DAZN, RTL Plus oder Joyn von ProSiebenSat1.

Inhaltsübersicht
Goldgräberstimmung ist vorbeiApple spart in HollywoodGibt es jetzt überall weniger Inhalte?Warum auch selbst produzierte Serien verschwindenKonzerne entscheiden über Ausgabenpolitik

Goldgräberstimmung ist vorbei

Viele dieser Dienste sind in den letzten Jahren gestartet. Die Corona-Pandemie hat in diesem Markt Goldgräberstimmung aufkommen lassen. Inzwischen aber geht die durchschnittliche Stundenzahl, die ein User täglich schaut, genauso zurück, wie die Bereitschaft, viel Geld für die Dienste zu berappen. Da steht womöglich ein Verdrängungswettkampf bevor.

Apple spart in Hollywood

Inzwischen tritt Apple TV auf die Bremse, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet. Der Konzern hat bislang angeblich schon 20 Milliarden Dollar in Filme und Serien investiert – darunter beispielsweise über eine halbe Milliarde Dollar für ein paar wenige Topfilme von Regisseuren wie Martin Scorsese oder Ridley Scott.

Allein die Miniserie „Masters of the Air“ soll über 250 Millionen Dollar gekostet haben. Die Erfolge in Form von hohen Zuschauerzahlen sind allerdings ausgeblieben. Apple TV liegt zum Beispiel im deutschen Markt abgeschlagen hinter Netflix, Amazon Prime und auch Disney+. Apple will deshalb vor allem bei einzelnen Serien oder Filmen vorsichtiger werden beim Geldausgeben, wie es bei Bloomberg heißt. Details dazu kennt man allerdings noch nicht.

Gibt es jetzt überall weniger Inhalte?

Es ist natürlich immer enttäuschend, wenn eine der persönlichen Lieblingsserien abgesetzt wird. Passiert ist das etwa mit „The Boys“ bei Amazon. Netflix hat in diesem Jahr sogar sehr viele Serien einkassiert. Manche sind nur noch jetzt im August zu sehen. Auf der anderen Seite gibt es weiterhin massenhaft neue Inhalte. Für 2024 hat allein Netflix wieder über hundert neue Serien angekündigt.

Und: die Streamingdienste probieren andere Formate aus – zum Beispiel Verfilmungen von Comics wie „The Boys“ oder von Videospielen, etwa „Fallout“. Beides ist bei Amazon. Von einem großen Inhalte-Streichkonzert kann also kaum die Rede sein.

Warum auch selbst produzierte Serien verschwinden

Bei Disney+ hat man das öfters erlebt. Die Basketball-Serie „Big Shot“ ist aus den virtuellen Regalen verschwunden, genauso die Fantasy-Reihe „Willow“. Als Grund werden zu niedrige Zuschauerzahlen genannt. Das Problem: Auch wenn es sich um Eigenproduktionen handelt, laufen die Kosten weiter. Vor allem muss man Schauspielern, Regisseuren und Autoren Tantiemen zahlen.

Außerdem fließt Geld für die Rechte. Die liegen zwar vielleicht im eigenen Konzern, aber halt nicht unbedingt beim Streaming-Dienst selbst. Zum Beispiel muss Disney+ Geld an Lucas zahlen, das die Star-Wars-Lizenzen hält. Beide Unternehmen haben ihre eigenen Bilanzen und schenken sich deshalb nichts.

Konzerne entscheiden über Ausgabenpolitik

Ob Geld gestrichen wird oder nicht, entscheiden oft auch die Muttergesellschaften. Viele der Streaming-Anbieter gehören zu Großkonzernen, die oft noch ganz andere Standbeine und Interessen haben. Amazon verdient sein Geld hauptsächlich im Versandgeschäft und mit Cloud-Diensten. Apple bekommt viel Geld über die Endgeräte. Bei Disney gibt es Comics, Vergnügungsparks und Filme.

Nur Netflix hat kein weiteres Standbein. Das Unternehmen hängt völlig vom Verlauf des Streaming-Geschäfts ab. Nicht zuletzt deshalb wurden die Abo-Preise in letzter Zeit angehoben. Außerdem ging man konsequent gegen das Fremdgucken vor. Inzwischen schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. Um die Kundschaft zu halten, muss Netflix aber unbedingt weiterhin etwas bieten. Unwahrscheinlich erscheint deshalb, dass – ähnlich wie bei Apple – Geld für Inhalte gestrichen wird.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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