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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Zitterpartie bei Wohnbau MARO: Kommt es doch zur Insolvenz?
Wirtschaft

Zitterpartie bei Wohnbau MARO: Kommt es doch zur Insolvenz?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 8. Oktober 2024 10:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Die soziale Wohnbaugenossenschaft MARO ist von der Insolvenz bedroht und deren Rettung scheint immer mehr zu einer Zitterpartie zu werden. Nur noch eine Woche bleibt, damit der Insolvenzplan für den Fortbestand der MARO umgesetzt werden kann. Nun müssen bis zum 15. Oktober rund 4 Millionen Euro auf einem Treuhandkonto eingegangen sein. Etwas über 1,1 Millionen Euro sind bisher auf dem Treuhandkonto eingezahlt worden, das zeigt die Homepage „Maro-Retten.de“.

Inhaltsübersicht
700 Mieter und Mieterinnen bangen um ihr ZuhauseLandtagsabgeordnete investieren aus PrivatvermögenWarum gibt es keine finanzielle Unterstützung für MARO vom Freistaat?

700 Mieter und Mieterinnen bangen um ihr Zuhause

Die Maro-Wohnprojekte mit insgesamt 287 teils sozial geförderten Wohnungen an 18 Standorten in ganz Oberbayern standen von Anfang an für bezahlbaren Wohnraum und lebenslanges Wohnrecht. Rund ein Drittel der 2.100 Genossenschaftsmitglieder lebt auch selbst in den Wohnungen. Insgesamt bangen nun 700 Mieterinnen und Mieter der sozialen Genossenschaft MARO um ihre Wohnungen.

Landtagsabgeordnete investieren aus Privatvermögen

Absichtserklärungen in Höhe von 3,8 Millionen Euro liegen eigentlich vor. Nur wenn auch die restliche Summe als Rettungskapital vorliegt, wird der Insolvenzplan im November bei Gericht verabschiedet. Förderer und MARO-Mitglieder beteiligen sich und wie jetzt bekannt wurde, haben auch vier Mitglieder der CSU-Landtagsfraktion Anteile erworben.

Die CSU-Politiker Josef Zellmeier, Kerstin Schreyer, Thomas Huber und Alex Dorow investierten aus ihrem Privatvermögen. Die MARO dürfe nicht sterben, begründen sie in einer Pressemitteilung den Kauf der Anteile. Claudia Köhler, Landtagsabgeordnete der Grünen, findet das löblich, aber auch als ein Armutszeugnis, dass Politiker der Regierungsfraktion dazu gezwungen sind, privates Geld beizusteuern.

Warum gibt es keine finanzielle Unterstützung für MARO vom Freistaat?

Köhler erschließe es sich nicht warum der Freistaat nicht mit einer Bürgerschaft die soziale Wohnbaugenossenschaft unterstützt. Weit aus höhere Millionenbeträge wären für einen angeschlagenen Touristikkonzern oder als Bürgerschaft für ein Flugtaxi-Unternehmen geflossen. Eine Hilfe für die MARO sei rechtlich nicht möglich, da das Europäische Recht entgegen stehe, so Kerstin Schreyer vom Wirtschaftsausschuss der CSU, der Regierung seien die Hände gebunden, auch wenn die Bedeutung von Mehrgenerationshäusern und Demenz-Wohngemeinschaften allen klar sei.

Die rund 700 Mieter und Eigentümer der Maroimmobilien hoffen nun auf ein gutes Ende, nicht nur für ihre Wohnungen sondern damit auch der Gedanke vom sozialen Wohnungsbau überlebt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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