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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Stellenabbau bei Schaeffler: Das sind die Folgen für Bayern
Wirtschaft

Stellenabbau bei Schaeffler: Das sind die Folgen für Bayern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 6. November 2024 07:50
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Der Autozulieferer und Maschinenbauer Schaeffler hat angesichts anhaltender Probleme in der Industriesparte und dem schwächelnden Automarkt angekündigt, europaweit abzüglich Verlagerungen 3.700 Stellen zu streichen, davon 2.800 an zehn Standorten in Deutschland. Schaeffler verspricht sich von den Maßnahmen, die „mehrheitlich“ zwischen 2025 und 2027 erfolgen sollen, Einsparungen von jährlich etwa 290 Millionen Euro bis 2029.

Inhaltsübersicht
Stellenstreichungen betreffen auch Standorte in BayernSchaeffler nennt offiziell keine Standort-ZahlenSchweinfurt: IG Metall befürchtet Verlust von 700 ArbeitsplätzenAuch der zu Schaeffler gehörende Standort von „Ewellix“ betroffenIn Regensburg hunderte Jobs in Gefahr

Stellenstreichungen betreffen auch Standorte in Bayern

Werksschließungen soll es nach Angaben von Schaeffler in Deutschland nicht geben, die Stellenstreichungen betreffen jedoch auch Standorte in Bayern, insbesondere Schweinfurt und Regensburg. In der Zentrale in Herzogenaurach ist ebenfalls von 700 Stellen die Rede – vor allem in der Verwaltung.

Klar scheint, dass der Standort Kitzingen mit 150 Beschäftigten nicht betroffen ist, das Gleiche gilt laut einem Unternehmenssprecher für das Werk Ingolstadt. Auch das Schaeffler-Werk in Gunzenhausen mit 410 Beschäftigten tangieren nach Angaben des Betriebsrates die Kürzungspläne des Unternehmens nicht.

Schaeffler nennt offiziell keine Standort-Zahlen

Genaue Angaben zu Arbeitsplatzverlusten an einzelnen Standorten zu machen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwierig, denn Schaeffler macht dazu nach außen bisher keine Angaben. Das Unternehmen erklärte, man sei bemüht, „den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“. Das Abbauziel solle mit einem Mix aus „Fluktuation, Freiwilligenprogrammen, Altersteilzeit und internen Versetzungen erreicht“ werden.

Da diese Maßnahmen in großen Teilen auf Freiwilligkeit beruhten, könne man aktuell noch keine genaueren Angaben zum Umfang in bestimmten Bereichen oder zu betroffenen Mitarbeitenden machen. Daher nenne man nach außen hin „keine Abbauzahlen je Standort“.

Schweinfurt: IG Metall befürchtet Verlust von 700 Arbeitsplätzen

Schaeffler erklärte jedoch, dass es bei den Konsolidierungsaktivitäten, Kapazitätsanpassungen und Verlagerungen „maßgeblich“ um den Standort in Schweinfurt gehen solle. Dort hat die Firmenleitung nach Angaben der IG Metall die Belegschaft darüber informiert, dass rund 500 der bisher rund 5.500 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Betroffen seien nach diesen Angaben des Arbeitgebers zu gleichen Teilen Mitarbeiter aus Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie der Produktion, hieß es.

Die IG Metall glaubt jedoch nicht, dass es in Schweinfurt beim Abbau von 500 Arbeitsplätzen bleibt: „Die Zahl stimmt nicht. Zusammen mit den bereits angekündigten, aber noch nicht umgesetzten Maßnahmen werden wir in Schweinfurt rund 700 Arbeitsplätze verlieren“, wird Jürgen Schenk, Betriebsratsvorsitzender am Standort Schweinfurt, in einer Mitteilung zitiert. Das sei „der größte Angriff auf den Standort seit vielen Jahren“, so Schenk weiter, man werde das „so nicht stehen lassen“.

Auch der zu Schaeffler gehörende Standort von „Ewellix“ betroffen

Schaeffler nannte auch gegenüber dem BR keine Zahlen zum Stellenabbau in Schweinfurt. Sicher ist aber, dass von den Umstrukturierungen auch der zu Schaeffler gehörende Standort von „Ewellix“ im Schweinfurter Gewerbegebiet Maintal mit rund 130 Beschäftigten betroffen ist. Er soll nach übereinstimmenden Angaben von Gewerkschaft und Unternehmen aufgelöst und ins Hauptwerk von Schaeffler in Schweinfurt integriert werden.

Das Schweinfurter Stammwerk solle „Produktion und Mitarbeitende“ des Ewellix-Werkes „aufnehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Schaeffler.

In Regensburg hunderte Jobs in Gefahr

Auch für das Regensburger Werk des im Oktober von Schaeffler übernommenen Autozulieferers „Vitesco“ nennt Schaeffler keine Zahlen für einen Abbau von Arbeitsplätzen. Der Betriebsratsvorsitzende Carsten Bruns befürchtet jedoch auch hier die Streichung von insgesamt mehr als 700 Jobs. Man werde die Pläne von Schaeffler nicht akzeptieren, erklärte Bruns. Ihm fehle jedes Verständnis für den Stellenabbau. „Bisher wurden keine Verhandlungen mit dem Betriebsrat oder der IG Metall zu tragfähigen Lösungen für Regensburg oder den gesamten Konzern geführt“, so Bruns.

300 Arbeitsplätze sollen in Regensburg offenbar durch Synergieeffekte der Übernahme des Autozulieferers Vitesco wegfallen, in der Verwaltung ebenso wie in Forschung und Entwicklung. Weitere Jobs in Regensburg sollen offenbar wegen des generellen Umbaus bei Schaeffler eingespart werden, mit dem der Konzern auf die Veränderungen in der Autoindustrie reagiert.

Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg spricht von einem „radikalen Schlag“, einem „Schock für die Beschäftigten“. Mitarbeiter „auf die Straße zu setzen“ sei „die wohl schlechteste Lösung – und keine Antwort auf die großen Herausforderungen unserer Zeit“, so Irmischer.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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