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Wirtschaft

Lohnt sich das? Maurermeisterin führt Familienbetrieb weiter

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 30. Juni 2025 08:53
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Madita (25) ist Maurermeisterin im Familienbetrieb. Maurerinnen gibt es nur wenige, vor allem solche, die sich auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisieren. Madita gehört zu dieser kleinen Gruppe. Ihr aktuelles Projekt ist die Sanierung einer einsturzgefährdeten Kirche. Die Arbeit erfordert Feingefühl, Madita muss so gut es geht erschütterungsfrei vorgehen. Ihr Ziel ist es, möglichst viele der historischen Bodenplatten im Originalzustand zu erhalten.

Inhaltsübersicht
Frauen im Handwerk: Noch immer unterrepräsentiertMehr Frauen ins Handwerk: Schlüssel gegen den FachkräftemangelNachfolge in Familienbetrieben: Eine Herausforderung im HandwerkWas eine Meisterin verdient – und wie sie sich absichert

Das mittelständische Unternehmen, in dem Madita arbeitet, wurde von ihrem Uropa gegründet, vor 75 Jahren. Madita erfüllt als Meisterin dort verschiedenste Aufgaben. Neben der Arbeit auf den Baustellen ist sie Ansprechpartnerin für die Mitarbeiter und übernimmt die Kundenakquise, sie schreibt Angebote und Rechnungen. Außerdem hat sie sich in den Prüfungsausschuss als Gesellenvertreterin wählen lassen – aus gutem Grund.

Frauen im Handwerk: Noch immer unterrepräsentiert

Weil Maditas Wunsch, Maurerin zu werden, nicht immer positiv aufgenommen wurde – selbst von ihrer Familie – absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Doch sie spürte schnell: Das ist nicht ihr Weg. Stattdessen setzte sie ihren ursprünglichen Plan um und machte nicht nur die Ausbildung zur Maurerin, sondern legte anschließend auch erfolgreich die Meisterprüfung ab.

Aber sie sagt auch: „Wenn ich nicht in der Familie Handwerker gehabt hätte, hätte ich nicht vor Augen gehabt, das selbst zu machen.“ Für sie steht fest: Frauen sind im Handwerk noch immer unterrepräsentiert. Als Gesellenvertreterin will sie nun anderen Mut machen und Frauen bestärken, auch ins Handwerk zu gehen.

Mehr Frauen ins Handwerk: Schlüssel gegen den Fachkräftemangel

Tatsächlich könnten, laut einer aktuellen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums (externer Link) Frauen ein wichtiger Teil der Lösung für den wachsenden Fachkräftemangel im Handwerk sein. 2024 blieben über 107.000 Stellen unbesetzt im Handwerk. Besonders betroffen sind Branchen wie Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima und Dachdeckerei – Schlüsselgewerke für die Energiewende.

Der Frauenanteil steigt glücklicherweise dort, wo der Mangel besonders groß ist. Es gibt immer häufiger Gesellinnen der Kraftfahrzeugtechnik, der Fleischverarbeitung und Meisterinnen der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik. Trotzdem liegt der Anteil von Frauen im Handwerk insgesamt weiterhin bei 24 Prozent, verglichen mit 46 Prozent in der Gesamtwirtschaft.

Nachfolge in Familienbetrieben: Eine Herausforderung im Handwerk

Maditas Geschichte steht auch für einen weiteren Trend: den Generationenwechsel im Handwerk. Viele Familienunternehmen stehen vor der Frage, ob und wie der Betrieb weitergeführt wird. Der Betrieb von Maditas Familie wird in Zukunft von ihr und ihrem jüngeren Bruder Moritz als Geschäftsführer übernommen.

Laut dem Institut für Mittelstandsforschung (externer Link) werden Schätzungen nach im Zeitraum von 2022 bis 2026 rund 190.000 Unternehmerinnen und Unternehmer im Familienbetrieb in den Ruhestand gehen. Doch eine Studie des Ifo-Instituts (externer Link) zeigt, dass in über 42 Prozent der Betriebe noch keine Nachfolge geregelt ist, vor allem innerhalb der eigenen Familie. Dabei ist eine erfolgreiche Übergabe oft entscheidend für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Fachwissen und regionaler Versorgung.

Was eine Meisterin verdient – und wie sie sich absichert

Madita ist im Familienbetrieb angestellt und verdient 25 Euro Brutto pro Stunde. Da sie regelmäßig Überstunden macht, kommt sie auf ein Monatsbruttogehalt von rund 4.481 Euro (Beispiel Mai 2025). Netto bleiben ihr davon 2.804 Euro. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einem Bruttogehalt von etwa 53.775 Euro.

Das Gehalt liegt leicht unter dem Median ihrer Berufsgruppe von 4.959 Euro brutto monatlich laut Entgeltatlas der Bundesagentur (externer Link) – für Madita ist das aber in Ordnung, da sie die Meisterausbildung vom Betrieb finanziert bekommen hat.

Zusätzliche Ausgaben hat sie für ihre Gesundheit. 70 Euro im Monat für die Berufsunfähigkeits-Versicherung, 42 Euro für die betriebliche Altersvorsorge und eine Zusatzversicherung für Arztbesuche, für die sie monatlich 35 Euro zahlt.

Maurerin zu sein bedeutet, körperlich hart zu arbeiten, das spürt Madita auch an diesem Arbeitstag in der Kirche. Sie hat ausreichend Bodenplatten entfernt, sodass der Tragwerksplaner den Zustand des Fundaments begutachten kann.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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