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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Halbleiter made in Burghausen: Wacker eröffnet Silizium-Werk
Wirtschaft

Halbleiter made in Burghausen: Wacker eröffnet Silizium-Werk

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 17. Juli 2025 16:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Egal ob Gastronomie, Automobilbranche oder Halbleiterindustrie: Besonders gute Produkte gelingen nur, wenn auch das Ausgangsmaterial hochwertig ist. Das lässt sich derzeit in der Chip-Industrie beobachten. Dort steigt die Nachfrage nach KI-fähigen Halbleitern, die besonders hohe Rechenleistungen auf möglichst wenig Fläche ermöglichen.

Inhaltsübersicht
Ein Zuckerkorn pro SwimmingpoolBayern mit eigener Halbleiter-StrategieNeue Chipfabriken geplant

Das Grundmaterial für solche Chips kommt oft aus Bayern: Wacker Chemie mit seinem größten Produktionsstandort Burghausen gilt als einer der weltweiten Technologieführer für hochreines Polysilizium. Seit mehr als 65 Jahren stellt der Konzern solches Silizium her. Die neue Produktionslinie unter dem Namen „Etching-Line-Next“ soll im Wettbewerb gegen die internationale Konkurrenz Unabhängigkeit sichern.

Ein Zuckerkorn pro Swimmingpool

In der neuen Anlage in Burghausen soll künftig sogenanntes ultrareines Silizium für die Halbleiterindustrie hergestellt werden. Von „ultrarein“ sprechen Fachleute, wenn in dem fertigen Silizium am Ende nur noch maximal ein Atom eines potenziell verunreinigenden Materials auf eine Billion Siliziumatome kommt. Laut Wacker entspricht das einem Zuckerkorn in einem mit Wasser gefüllten olympischen Schwimmbecken.

Bayern mit eigener Halbleiter-Strategie

In der Halbleiterindustrie ist in den vergangenen Jahren der Bedarf an solchen extrem reinen Rohmaterialien gestiegen. Der Trend zu immer mehr KI-Anwendungen beflügelt die Entwicklung und Produktion entsprechender Chips. Deutschland und insbesondere Bayern wollen hier eine führende Rolle einnehmen.

So hat die Landesregierung eine eigene Halbleiter-Strategie entwickelt, damit der Freistaat zu einem Zentrum für Firmen und Forschungseinrichtungen werden kann, die sich vor allem auf die Entwicklung von neuartigen Chips konzentrieren. Dieser Idee folgen auch einige Weltkonzerne: Apple oder TSMC aus Taiwan haben bereits mit Milliardeninvestitionen Design- und Entwicklungszentren im Großraum München aufgebaut.

Neue Chipfabriken geplant

Während Bayern vor allem in Forschung und Entwicklung rund um Halbleiter stark ist, konzentriert sich die Produktion von Chips in Deutschland weitgehend auf die Region Dresden. Grundsätzlich will die neue Bundesregierung mehr solcher Anlagen nach Deutschland holen. Offenbar gibt es das konkrete Ziel, Investoren für drei neue Chipfabriken in der Bundesrepublik zu gewinnen. Deutschland könnte so im Rahmen der Hightech-Agenda als führender Chip-Produktionsstandort in Europa etabliert werden.

„Wir schaffen Anreize für mehr Fertigung von Chips, Ausrüstung und Vorprodukten in Deutschland durch mindestens drei neue Werke“, heißt es laut der Nachrichtenagentur Reuters in der neuen Hightech-Agenda des Forschungsministeriums, die noch im Juli vom Bundeskabinett beschlossen werden soll. Damit kämen auch potenzielle neue Abnehmer für das Silizium von Wacker Chemie hinzu.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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