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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > „Bierkrise“: Wie sich Brauereien und Wirtshäuser retten
Wirtschaft

„Bierkrise“: Wie sich Brauereien und Wirtshäuser retten

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 12. August 2025 13:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Mitten im Sudhaus der Brauerei Strauß in Treuchtlingen steht das Herzstück des mittelständischen Betriebs: der Läuterkessel. Direkt daneben steht der stolze Besitzer. Geschäftsführer Jochen Engelhardt blickt konzentriert durch eine geöffnete Luke in den riesigen Metallkessel. Der süßliche Geruch von Malz und Hopfen zieht durch die Halle. Für den Braumeister ist das tägliche Routine – und zugleich ein Stück Handwerk, das unter Druck steht. Denn die Menschen in Deutschland trinken immer weniger Bier.

Inhaltsübersicht
Bierkonsum sinkt auf 90 Liter pro Kopf im JahrBrauereien und Wirtschaften in einem BootKonstante Bierpreise, stabiler Absatz

Bierkonsum sinkt auf 90 Liter pro Kopf im Jahr

1976 waren es bundesweit pro Kopf noch rund 151 Liter Bier im Jahr, heute sind es weniger als 90 Liter. In Bayern, dem Bierland überhaupt, sind es zwar noch rund 130 Liter pro Kopf und Jahr, einen Rückgang gibt es aber auch hier.

Für kleine Brauereien mit einer Produktion mit einigen zehntausend Hektolitern Bier im Jahr ist das besonders problematisch: Sie können Preissteigerungen schlechter abfedern, ihre Produktionsmengen sind geringer. Der Konkurrenzdruck durch große Marken, die teilweise das Hundertfache oder mehr produzieren, ist enorm.

Brauereien und Wirtschaften in einem Boot

In dieser Krise setzen die kleinen Brauereien auf Kooperation mit den Gastwirtschaften in der Region. Denn diese leiden genau wie die Brauereien unter einer sinkenden Nachfrage. Eines dieser Wirtshäuser ist das „Gasthaus zum Brui“ in Obermögersheim, einem Gemeindeteil der Stadt Wassertrüdingen. Am späten Vormittag sind die meisten Tische noch leer, nur am Stammtisch auf der sonnigen Terrasse prosten sich ein paar Männer zu. In der Küche steht die Seniorchefin. Gerti Kapp kocht hier gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn David. Tochter Micha bedient die Gäste, Vater Fritz zapft das Bier.

Während sie die Schnitzel mehliert, berichtet Gerti Kapp von den Problemen, mit denen viele mittelständische Gastwirtschaften zu kämpfen haben: „Die Leute trinken weniger“ und es fehle an Arbeitskräften. Immerhin soll die Betriebsübergabe an Micha und David dieses Jahr endlich klappen und auch die Zusammenarbeit mit der Brauerei Strauß ganz in der Nähe hilft.

Konstante Bierpreise, stabiler Absatz

Durch die enge Kooperation mit der Brauerei hat das Gasthaus eine verlässliche Bierquelle, die es ermöglicht, das Bier zu konstanten Preisen anzubieten. Dafür sichert die Brauerei dem Wirtshaus ein regionales Bierangebot zu, das nicht überall zu bekommen ist. Und wenn wider Erwarten mal ein Fass zu schnell leer ist, gibt es umgehend Nachschub. Die Brauerei wiederum profitiert so von einem stabilen Absatz.

„Bier braucht Heimat“ – so beschreibt Braumeister Jochen Engelhardt sein Motto. Zwar können Wirtshäuser und kleine Brauereien die „Bierkrise“ nicht allein lösen, aber sie können gemeinsam dafür sorgen, dass regionale Bierkultur nicht verschwindet. In Obermögersheim ist das im Kleinen gelungen – und dient vielleicht als Modell für andere Regionen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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