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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > 40 Jahre „Last Christmas“: Warum ist der Song so erfolgreich?
Kultur

40 Jahre „Last Christmas“: Warum ist der Song so erfolgreich?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 3. Dezember 2024 16:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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100 Prozent Harmonie ist auf Dauer fad

Ein wichtiges Erfolgsrezept von Last Christmas, so Chilly: der Überraschungseffekt gleich zu Beginn. In den harmonischen C-Dur-Anfangs-Akkord grätscht George Michael mit einem Ton rein, der in einem C-Dur-Akkord eigentlich nix verloren hat. Tragisches D, nennt Chilly diesen Ton. Klar, ein bisschen dissonant klingt das Ganze dann, aber es ist eine wohlwollende Dissonanz, die mit dem tragischen D einhergeht und uns eine Prise Melancholie beschert. Das tragische D finden wir übrigens auch in anderen Welthits wie Nenas „99 Luftballons“ oder Taylor Swifts „Shake It Off“.

Inhaltsübersicht
100 Prozent Harmonie ist auf Dauer fadWeihnachten ist auch Einsamkeit

100 Prozent Harmonie in einem Popsong ist halt auch auf Dauer fad. Obendrein erzählt ja „Last Christmas“ die Geschichte einer verflossenen Liebe. Bei all den schönen Dur-Erinnerungen muss halt auch ein bisschen „herumgemollt“ werden. Und George Michael lässt halt genau an der richtigen Stelle die Dur-Fröhlichkeit in einen Moll-Akkord kippen. „Letztes Weihnachten hab ich Dir mein Herz geschenkt, aber am nächsten Tag“ – ZACK Moll-Akkord – „hast Du mein Herz weggegeben“.

Jetzt versteht man vielleicht auch die latente Langeweile, die sich bei Blockflöte spielenden Kindern an Weihnachten einstellt, wenn sie „Oh Tannenbaum“ spielen müssen: Da spielt man stur in Dur, da fehlt einfach jegliches Überraschungsmomentum geschweige denn ein tragisches D. Aber in genau dieser tragischen D-Stimmung sind wir an Weihnachten halt auch.

Weihnachten ist auch Einsamkeit

Weihnachten sei eben das Fest der großen Gefühle und „es gibt eine große Bandbreite an Gefühlen. Von der tiefen Traurigkeit, weil man vielleicht Menschen an Weihnachten noch mehr vermisst als sonst“, sagt die Liedermacherin Claudia Koreck, deren Weihnachtstour durch Bayern gerade noch läuft und die ihr Abschlusskonzert in der Münchner Olympiahalle mit „Last Christmas“ eröffnen wird. Denn es gebe eben auch diese kindliche Freude, „die immer noch in diesem Weihnachtszauber erhalten bleibt und wenn man die in einem Song spürt, dann ist das für mich der perfekte Weihnachtssong“.

Und jetzt nochmal zurück zur Nowak aus Regensburg. Wie ist das jetzt mit den Zutaten für einen gelungenen Weihnachtssong? Für sie muss er eine „Prise Realismus drin haben. Weil Weihnachten ist alles andere als harmonisch bei vielen“.

Tatsächlich hat die Nowak ihren Weihnachtssong „Glühwein“ in einer Phase geschrieben, als es ihr gerade nicht so gut ging: „Weihnachten hat einfach so viele Gegensätze. Es ist familiäres Fest, mit sehr viel Tradition, aber gleichzeitig ist es auch mit sehr viel Einsamkeit und Konsum verbunden. Und dementsprechend finde ich es wichtig, dass wir das auch thematisieren.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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