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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Allein gegen alle“: Darum sieht sich Putin als Einzelkämpfer
Kultur

„Allein gegen alle“: Darum sieht sich Putin als Einzelkämpfer

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 8. Mai 2025 13:52
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Russland steht im Grunde genommen ganz allein dem gesamten Westen gegenüber“, so Putin in einer russischen TV-Doku zu seinem 25. Amtsjubiläum [externer Link]. Anlass für die Bemerkung war die Frage, warum er die Ukraine nicht bereits 2014 angegriffen habe: „Damals war das praktisch unrealistisch. Unser Land war nicht bereit für eine solche frontale Konfrontation mit dem gesamten Westen.“

Inhaltsübersicht
„Kreml hebt Schützengräben aus“„Krieg vereint nur für kurze Zeit“

Putin leide ungeachtet seiner Staatsgäste zur Militärparade am 9. Mai unter einem „Stalingrad-Syndrom“, heißt es dazu bei einem der tonangebenden russischen Polit-Blogger [externer Link]: „Der Kreml befindet sich tatsächlich in einer strategischen Isolation, aber nicht etwa, weil er von Feinden umzingelt wäre, sondern weil er selbst Schritt für Schritt alle aus seinem Freundeskreis entfernte, die nicht bereit waren, nach dem Szenario ‚belagerte Festung‘ mitzuspielen.“

„Kreml hebt Schützengräben aus“

Die Propaganda-Behauptung, Russland stehe „allein gegen alle“, sei längst inoffizielle Leitlinie von Putins Außenpolitik geworden und obendrein sehr praktisch: Damit könne sich Putin gleichzeitig als Opfer und Held inszenieren und alle auftretenden Probleme mit dem Hinweis auf seine vermeintliche Herkulesaufgabe vom Tisch wischen: „Einsamkeit ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung. Wir selbst haben in den letzten Jahren diejenigen, die mögliche Partner hätten sein können, systematisch von uns gestoßen.“

Russland stehe tatsächlich „allein“ auf weiter Flur: „Allerdings nicht gegen den ‚Westen‘, sondern gegen die Logik des 21. Jahrhunderts, in der gegenseitige globale Abhängigkeiten keine Schwäche, sondern eine Stärke darstellen. Anstatt Koalitionen auf der Grundlage gemeinsamer Interessen zu bilden, hebt der Kreml weiterhin Schützengräben aus – sowohl im wörtlichen als auch im politischen Sinne.“

„Krieg vereint nur für kurze Zeit“

Ähnlich sieht es Politologe Sergei Schelin in einer Analyse für die in Amsterdam erscheinende „Moscow Times“ [externer Link]. Putin versuche bei der traditionellen Siegesparade am 9. Mai in Moskau einmal mehr als „Moderator einer globalen Show“ aufzutreten, aber das funktioniere nicht: „Sein Regime ist an die Isolation gewöhnt und kann es sich in dieser bequem einrichten.“

Penibel listet Schelin auf, dass Putins vermeintliche „Verbündete“ bis auf eine Ausnahme kein Interesse an einer echten Unterstützung hätten. Der Iran und Indien seien vollauf mit sich selbst beschäftigt, die Chinesen fürchteten Sanktionen, Saudi-Arabien sehe sich als Konkurrent auf dem Ölmarkt. Nur Nordkorea bleibe eine „wichtige Stütze“.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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