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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Aufregung um Putin-Philosoph: „Internet nur noch im Winter“
Kultur

Aufregung um Putin-Philosoph: „Internet nur noch im Winter“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. März 2026 20:46
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Bei den Wortmeldungen von Putins „Lieblings-Philosophen“ Alexander Dugin fällt es schon lange schwer, zwischen Satire, Polemik, Parodie und Propaganda zu unterscheiden. Fast täglich meldet sich der Denker mit mal mehr, mal weniger bizarren Gedanken zu Wort. Jetzt befremdete er die russische Öffentlichkeit mit dem Vorschlag [externer Link], das Internet den Jahreszeiten anzupassen: „Wenn man das Netz im Frühling komplett abschaltet, fangen die Leute an zu spazieren, sich zu treffen, zu plaudern, Cafés und Läden zu besuchen, neue Bekanntschaften zu schließen und ein richtiges Leben zu führen.“

Inhaltsübersicht
„Ablehnung von Schrift und Sprache“„Mir gehen Popcorn und Geduld aus“

Im Spätherbst könne das Internet dann wieder in Betrieb genommen werden: „Im Winter, in einer Höhle hausend oder zusammengerollt wie ein Wurm in einem Hochhaus-Asyl, kann man es nutzen. Die virtuelle Welt ist den Träumen des Winterschlafs vergleichbar.“

Besonders brisant ist Dugins Anregung deshalb, weil die russischen Zensurbehörden derzeit eifrig bemüht sind, jedwede Netz-Kommunikation zu erschweren. Wenn alle diesbezüglichen Verständigungsmöglichkeiten unterbunden würden, werde er sich eben einen „schönen Hain“ suchen und dort eine Philosophen-Akademie eröffnen, versprach Dugin: „Dort werde ich mich mit jedem unterhalten, der Interesse hat.“

„Ablehnung von Schrift und Sprache“

Dazu der Militärblogger Alexei Schiwow [110.000 Fans, externer Link] angesichts der anhaltenden Zensur-Verschärfungen in Russland: „Für alle, die es nicht kapiert haben: Das ist Sarkasmus.“

Politologe Alexander Semenow verwies darauf [externer Link], dass Dugin seine Wortmeldungen üblicherweise im Stundentakt postet, was seine Forderung nach sommerlicher Netz-Enthaltung unglaubwürdig mache: „Alexander, halte dich an deine eigenen Prinzipien und genieße es! Wer hält dich auf?“

Historiker Jewgeni Mintschenko schrieb [externer Link]: „Ich hoffe, dass der schöne Hain von Dugins Anhängern mit minimalen Umweltschäden und im Einklang mit der russischen Umweltgesetzgebung und anderen Gesetzen und Vorschriften bewirtschaftet wird.“

Die nächsten Schritte lägen auf der Hand, nämlich die „Ablehnung der Schrift und jeglicher artikulierter Sprache“: „In 20 Jahren (und das ist im Vergleich zur Ewigkeit nichts, wie jeder wahre Philosoph weiß) werden wir sehen, was die Duginisten auf ihrem verschlungenen Weg erreichen. Dann werden wir über die Fortführung des Projekts diskutieren.“

„Mir gehen Popcorn und Geduld aus“

Leser des St. Petersburger Nachrichtenportals Fontanka reagierten [externer Link] auf Dugin mit einer Mischung aus Entsetzen und Hohn. Vermutlich stehe er unter dem Einfluss einer Zecken-Infektion, hieß es. Jemand wollte Dugin zur Beruhigung von dessen Nerven in ein Internat schicken. Oder auch: „So lebt die Elite in Kuba, Iran, Korea, bei den Taliban und der Hamas. Überall Volksfeinde und Einschränkungen, aber für sich selbst das Beste vom Besten.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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