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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Donald Trumps Triumphbogen: „In jeder Hinsicht umwerfend“
Kultur

Donald Trumps Triumphbogen: „In jeder Hinsicht umwerfend“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 2. Februar 2026 12:52
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Manches ist noch ungeklärt, was den Bau eines Triumphbogens in der US-Hauptstadt Washington betrifft, aber eines steht fest: Für wen der Prachtbau gedacht ist. Daran ließ Donald Trump bereits im vergangenen Oktober keinen Zweifel [externer Link]: „Für mich. Er wird wunderschön werden.“ Die New York Times vermutete, Trump sei bei einem Paris-Besuch 2017 vom dortigen Arc de Triomphe de l’Étoile so begeistert gewesen, dass ihn der Gedanke nicht mehr losgelassen habe, auch in den USA ein derartiges Bauwerk errichten zu lassen.

Inhaltsübersicht
Siegesgöttin Nike im Landeanflug„Nation hat genug von Resignation“Langfristig umstrittene Prachtbauten

Jedenfalls bezieht sich Trump selbst immer wieder direkt auf das Pariser Vorbild [externer Link]: „Das Einzige, was Frankreich hat, ist Geschichte. Wissen Sie, irgendwann werden wir auch diese Geschichte haben. Aber wir werden etwas bauen, das es so noch nie gegeben hat. Und es hat buchstäblich 200 Jahre darauf gewartet. Ich glaube, der Bürgerkrieg hat es verhindert.“

Trump hofft bei seinem Projekt („in jeder Hinsicht umwerfend“) zum 250. Geburtstag der USA auf die symbolträchtige Höhe von 250 Fuß (76,2 Meter), womit sein Bau nicht nur den 49,5 Meter hohen Arc de Triomphe deutlich überragen würde, sondern auch den bisher höchsten Triumphbogen der Welt im nordkoreanischen Pjöngjang (60 Meter).

Siegesgöttin Nike im Landeanflug

Gerätselt wird derweil noch, welche geflügelte und vergoldete Göttin Trumps Prachtbogen zieren wird. Er selbst nannte die New Yorker Freiheitsstatue als Inspirationsquelle, doch die hat bekanntlich keine Flügel. Eher schon dürfte er die berühmte Nike von Samothrake im Sinn haben, das Standbild der griechischen Siegesgöttin, die im Pariser Louvre zu bewundern ist – und zwar im sturmumtosten Landeanflug auf die Erde.

Washington sei die einzige bedeutende Stadt, die keinen Triumphbogen habe, argumentierte der Präsident. Diese Art von „Bedeutung“ ist natürlich Definitionssache. Richtig ist: Neben Paris und Pjöngjang haben sowohl London (Marble Arch), Madrid (Puerta de Alcalá), Moskau (Triumphbogen am Siegesplatz), Wien (Äußeres Burgtor), Brüssel (Jubelpark), als auch Berlin (Brandenburger Tor) und München (Siegestor) neuzeitliche Triumphbögen.

„Nation hat genug von Resignation“

Womöglich hat der erzkonservative US-Kunstkritiker Catesby Leigh das Interesse des Weißen Hauses an dem lang gehegten Vorhaben mit einem Essay vom Dezember 2024 [externer Link] neu belebt. Der Experte schlug damals mit Hinweis auf den Zeitmangel bis zum großen US-Jubiläum im Juli 2026 vor, einen provisorischen Triumphbogen zu errichten, den es 1889 schon einmal gab.

Am „erfreulichsten“ freilich sei ein dauerhafter Bau, so Leigh: „Der Triumphbogen sollte einen bedeutenden nationalen Geburtstag und das unaufhörliche Streben nach einer vollkommeneren Union feiern. Er sollte ein angemessener und unmissverständlich festlicher Ort für Paraden und öffentliche Versammlungen sein. Die Nation hat genug von Resignation und Zerknirschung, sei es in Form der geschichtsvergessenen Memes der Woke-Bewegung oder der ästhetischen Kargheit der Architektur-Moderne.“

Langfristig umstrittene Prachtbauten

Sollte Trumps blütenweißes, anti-wokes Ehrenmal aus Carrara-Marmor tatsächlich jemals fertiggestellt werden, dürfte es politisch länger umstritten bleiben als der US-Präsident ahnen mag. Historisches Beispiel: Der Triumphbogen für Kaiser Titus in Rom aus dem Jahr 81 nach Christus, der an den Sieg der Römer im Jüdischen Krieg erinnert. Gläubigen Juden war es bis zum 50. Jahrestag der Gründung des Staates Israel (1997) seitens des römischen Oberrabbinats verboten, den Torbogen zu durchschreiten [externer Link].

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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