Die Stadt Regensburg gehört zu den heißesten Orten in Deutschland. Immer wieder werden hier Hitzerekorde aufgestellt. Anlass genug für den Donumenta e. V., in diesem Jahr das Thema Klimaresilienz an seine Künstlerinnen und Künstler auszugeben. Im gesamten Stadtgebiet sind noch bis Mitte September Werke von Kunstschaffenden ausgestellt, deren Hauptthema das Klima beziehungsweise der Klimawandel ist.
Protest-Skulptur gegen Straßenverkehr und Versiegelung
So ist ein originalgetreuer Nachbau eines großen Geländewagens am Platz der Einheit für alle, die daran vorbeikommen, ein Blickfang. Der Ort, direkt an einer viel befahrenen Kreuzung, scheint nicht zufällig gewählt: Die Skulptur aus Pappmaché, die zunächst täuschend echt aussieht und auf den ersten Blick wie ein sehr verdreckter Jeep wirkt, soll eine Rebellion gegen Versiegelung darstellen.
Auto-Nachbildungen dieser Art stünden derzeit in mehreren Städten, unter anderem auch in Wien und München, erzählt Donumenta-Kuratorin Regina Hellwig-Schmid. Ihr zufolge holt sich die Natur die Fahrzeuge nach und nach zurück. Das könne bis zu einem Jahr dauern. „Das Auto wird in sich zusammen-, ein bisschen in die Knie gehen, wenn der Regen kommt. Aber das ist alles gewollt“, sagt Hellwig-Schmid. „Das ist alles besser als unsere Blechautos. […] Dass wir für die Autos das ganze Land versiegeln mit den Riesenstraßen, das ist ja eigentlich der Ursprung für die Hitze in der Stadt.“
Kurzes Wald-Erlebnis mitten in der Stadt
Um dieser Hitze zumindest für ein paar Minuten zu entkommen, hat der österreichische Künstler und Architekt Markus Jeschaunig im Stadtgebiet eine Art begehbaren, grünen Mooshelm aufgestellt. Darin hat er allerlei Moose, Gräser und Farne angebracht. Beim Betreten können die Bürgerinnen und Bürger dem Trubel des Stadtlebens für einen kurzen Moment entfliehen.
Auch für ein paar Grad Abkühlung soll das Mikro-Walderlebnis sorgen: An heißen Orten solle so ein kleines Wald-Erlebnis geschaffen werden, sagt Kuratorin Hellwig-Schmid. „Eine Mikroerholung für die Menschen, die da eintreten. Sie können, ihre Gedanken wieder sammeln und gleichzeitig abkühlen. Das spürt man so enorm. Und man hat eben noch dazu diesen wunderbaren Geruch, der auch etwas Tröstliches ist.“
Hochwasser als Folge des Klimawandels
Doch nicht nur das Thema Hitze ist eines, das die Stadt und ihre Bewohner regelmäßig beschäftigt. Immer wieder sieht sich die UNESCO-Weltkulturerbestadt an der Donau diversen Hochwasserlagen ausgesetzt. Das letzte große Hochwasser im Jahr 2013 richtete damals einen Schaden in Millionenhöhe an.
Ein verwaister Kiosk der Münchner Künstlerin Gabi Blum am Donaumarkt warnt davor, dass hier bald wieder alles unter Wasser stehen könnte. Ein Appell, den Klimawandel ernst zu nehmen, so Hellwig-Schmid. „Wir Menschen sind dazu geneigt, Dinge nur zu verändern, wenn sie für uns bedrohlich werden, wenn sie für uns ungemütlich werden, wenn sie unseren Komfort einschränken. Erst dann überlegen wir, und vorher schimpfen wir über die Bedingungen, die alle nicht so sind, wie wir sie gerne hätten.“
Die Werke der Donumenta sind noch bis Mitte September im Regensburger Stadtgebiet zu sehen. Informationen zu damit verbundenen Veranstaltungen und Führungen finden Interessierte auf der Homepage des Donumenta e.V. [externer Link].

