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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Mariä Empfängnis: Der Tag mit dem häufigsten Irrtum über Maria
Kultur

Mariä Empfängnis: Der Tag mit dem häufigsten Irrtum über Maria

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 8. Dezember 2024 09:51
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Mariä Empfängnis – kam da nicht der Engel zu Maria, um ihr zu verkünden, dass sie ein Kind von Gott erwartet? Wer bei dem kirchlichen Fest am 8. Dezember an diese Szene, die Jungfrauengeburt, denkt, ist nicht allein – liegt aber leider falsch.

Inhaltsübersicht
Überzeugung der Kirche: Maria ist frei von jeder SündeErbsünde „selbst als promovierter Theologe durchaus schwierig“Was feiert die Kirche? Selbst bei Pfarrer gibt es MissverständnisMariä Empfängnis bis 1969 Feiertag in BayernIm Audio: Wo laut Kirche die Erbsünde herkommt – und wie Erlösung möglich ist

Rechnen wir kurz durch: 8. Dezember plus 40 Schwangerschaftswochen ergibt nicht den 25. Dezember, den Tag von Jesu Geburt. Stattdessen landet man beim 8. September, an dem die Kirche die Geburt Marias feiert.

Überzeugung der Kirche: Maria ist frei von jeder Sünde

Am Fest Mariä Empfängnis erinnert die katholische Kirche also an den Tag, an dem Maria von ihrer Mutter Anna empfangen wurde. Anna und Joachim sind die Großeltern von Jesus. Ob er sie kennengelernt hat, ist nicht überliefert.

Offiziell spricht die Kirche vom „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. Hinter dem Fest „Mariä Empfängnis“ steht die Überzeugung, dass Maria frei von jeder Sünde ist, auch von der Erbsünde. Das unterscheidet sie von allen anderen Menschen und soll ihre einzigartige Nähe zu Gott zum Ausdruck bringen. Auf diese Weise ist es ihr auch möglich, Jesus zu gebären, den Sohn Gottes.

Erbsünde „selbst als promovierter Theologe durchaus schwierig“

Unter Erbsünde versteht die Kirche, dass der Sündenfall Adam und Evas, laut Bibel die ersten Menschen im Paradies, sich bis heute auswirkt. Jeder Mensch ist demnach schicksalshaft mit dem Bösen verstrickt, ohne persönlich daran schuld zu sein.

Der Münchner Jesuitenpater Andreas Batlogg findet die sogenannte Erbsündenlehre „selbst als promovierter Theologe durchaus schwierig“. Im Gespräch mit dem BR versucht er sie zu verdeutlichen, indem er einen Vergleich wählt: „Es gibt Belastungen in Familiengeschichten, Ereignisse, die sich bis heute auswirken – selbst, wenn ich mit der Generation 200 Jahre vor mir direkt nichts zu tun habe.“

Maria sei, so Batlogg, „von Anfang an ein erlöster Mensch, frei von allem, was belastet – wie immer man ‚Erbschuld‘ nun definiert.“

Was feiert die Kirche? Selbst bei Pfarrer gibt es Missverständnis

Vielleicht gerade, weil das Thema Erbsünde so schwer zu begreifen ist, sei es selbst schon unter Pfarrern zu Missverständnissen über den katholischen Feiertag gekommen, erzählt Batlogg. Ein Tiroler Pfarrer etwa habe den Vogel abgeschlossen, so der Jesuit. Dieser Pfarrer habe gepredigt, dass Jesus drei Wochen nach der Empfängnis schon geboren wurde. Das sei das erste Wunder im Leben Jesu, so dieser Pfarrer. Er habe Mariä Empfängnis mit Jesu Empfängnis verwechselt.

Mariä Empfängnis bis 1969 Feiertag in Bayern

Die Anfänge von Mariä Empfängnis als kirchliches Fest reichen bis ins zehnte Jahrhundert zurück. Frauen durften an diesem Tag nicht arbeiten und vielerorts markierte der Feiertag den Beginn der Weihnachtsbäckerei. In Bayern war der Tag bis einschließlich 1969 ein staatlich geschützter kirchlicher Feiertag, bevor er abgeschafft wurde.

Unter anderem in Österreich, Italien, Spanien sowie Portugal ist Mariä Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag. In Österreich gibt es aber immer häufiger Sonderregelungen bei den Ladenöffnungszeiten. Da viele Österreicher den freien Tag für Weihnachtseinkäufe in Deutschland nutzen, macht sich der Handel Sorgen um Einbußen im Weihnachtsgeschäft.

Im Audio: Wo laut Kirche die Erbsünde herkommt – und wie Erlösung möglich ist

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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