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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Unerwünschte Analogien“: Fürchtet Putin Vergleich mit Stalin?
Kultur

„Unerwünschte Analogien“: Fürchtet Putin Vergleich mit Stalin?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. November 2025 16:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Es gibt zwar bisher keine formellen Verbote, über die Repressionen der Stalin-Ära zu sprechen, wie Gesprächspartner jedoch anmerken, entstehen solche Beschränkungen ’natürlicher Weise‘ – unter dem Einfluss der allgemeinen politischen Lage“, ist in einem der mit 410.000 Fans größten russischen Telegram-Kanäle zu lesen [externer Link]. Jeder, der über Stalins blutige „Säuberungen“ spreche, gehe inzwischen ein „gewisses Risiko“ ein: „Unter der strengen Zensur wird jede Diskussion über Stalins Diktatur und die damit verbundenen Repressionen sehr schnell in einen Zusammenhang mit der aktuellen Politik gebracht.“

Inhaltsübersicht
„Im Einklang mit dem Kurs Putins“„Schweigen ist die einzig sichere Strategie“

Daher bemühten sich die russischen Behörden, „unnötige Analogien und Aufmerksamkeit“ für das Thema zu unterbinden: „Kritik an Stalin und dessen Repressionen sind heute zwar nicht verboten, aber man kann auch nicht mehr sagen, dass sie völlig erlaubt sind.“ Gouverneure redeten sich mit dem Hinweis raus, Stalin sei kein „aktuelles“ Thema. Das stimme allerdings so nicht, denn in immer mehr russischen Städten werde über die Aufstellung neuer Stalin-Büsten diskutiert, zuletzt in Jekaterinburg.

„Im Einklang mit dem Kurs Putins“

Nukri Kawleischwili, einer der dortigen Initiatoren, begründete seine Haltung so [externer Link]: „Heute brauchen wir mehr denn je das Vorbild Stalins – eines Mannes von unbeugsamem Willen, erfüllt von Liebe zu seinem Vaterland. Sein Standbild sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, Korruption und Beamte, die sich auf Kosten des Volkes bereichern, zu bekämpfen. Wir müssen denen den Kampf erklären, die Russlands Niederlage wünschen. Und damit steht unsere Initiative voll und ganz im Einklang mit dem Kurs unseres Präsidenten Wladimir Putin, die Souveränität zu stärken und innere Bedrohungen zu bekämpfen.“

„Schweigen ist die einzig sichere Strategie“

Politologe Ilja Graschtschenkow argumentierte [externer Link], es gebe in Russland einen „systematischen Wandel in der Erinnerungspolitik“, womit die Debatte über Stalins Unterdrückungspolitik quasi automatisch eingeschränkt werde. Der Experte bezeichnete das als einen „subtilen und besonders wirksamen Zensurmechanismus“. Der Behördenapparat sei hellhörig, wenn es um unausgesprochene Vorgaben von oben gehe: „Die Aufgabe ist es, Fehler zu vermeiden, weshalb Schweigen oft die beste Lösung ist. Genau darum geht es bei vorbeugender Selbstzensur. Warum sollte man ein Thema riskieren, das nicht angesagt ist? Es geht um Risikominimierung. Das Thema Repression und Geschichte im Allgemeinen ist zu einem Minenfeld geworden.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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