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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Agrarkonzern BayWa muss Sanierungspaket nochmal aufschnüren
Wirtschaft

Agrarkonzern BayWa muss Sanierungspaket nochmal aufschnüren

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 12. März 2026 12:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Der hochverschuldete Münchner Agrarhandels- und Mischkonzern Baywa kann seinen Sanierungsfahrplan nicht halten. Grund ist die schwierige Lage der Ökostromtochter Baywa r.e., die in den kommenden Jahren nicht die erwarteten Ergebnisse erwirtschaften wird und damit auch nicht so teuer verkauft werden kann wie erhofft. 

Inhaltsübersicht
Verkauf der r.e. wird weit weniger Geld bringen als erhofftVorstand bekundet Optimismus

Deswegen führt die Baywa-Muttergesellschaft nun Gespräche mit Großaktionären und Banken über eine Änderung des Sanierungsplans. Eigentlich sollte der Konzern bis Ende 2028 wieder auf finanziell soliden Füßen stehen.

„Die Restrukturierung ist auf Kurs, allerdings liegt noch ein weiter Weg vor uns“, sagte Sanierer Hans-Joachim Ziems. „Angesichts der deutlich eingetrübten Marktbedingungen wird es
kontinuierlich weitere Restrukturierungsmaßnahmen geben müssen.“ Für 2030 plant er nun mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von mindestens 150 Millionen Euro, bisher war von 230 Millionen Euro bis 2028 die Rede.

Verkauf der r.e. wird weit weniger Geld bringen als erhofft

Der größte deutsche Agrarhändler war 2024 nach missglückter internationaler Expansion in finanzielle Schieflage geraten, weil das Unternehmen die Zinsen seiner Milliardenschulden nicht mehr zahlen konnte. Das Gesundungskonzept sieht im Wesentlichen vor, die in den 2010er Jahren auf Kredit gekauften beziehungsweise aufgebauten Töchter wieder zu verkaufen und damit den Schuldenberg um vier Milliarden Euro zu verringern.

Die Baywa ist in Süd- und Ostdeutschland von großer Bedeutung für die Landwirtschaft. Der Konzern kauft einerseits Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Landmaschinen, Saatgut und Dünger. 

Der Verkauf der Baywa r.e. sollte 1,7 Milliarden Euro bringen. Das Gemeinschaftsunternehmen mit einem Schweizer Investor plant und entwickelt Solar- und Windparks, doch hat das Management der r.e. seine Ergebnisziele drastisch nach unten geschraubt. Die – getrennt von der Mutter – laufende Sanierung der Tochter wird laut einer eigenen Mitteilung der r.e. voraussichtlich zwei Jahre länger dauern als geplant, das neue Zieldatum ist das Jahr 2030. 

Der Vorstand der Mutter Baywa AG geht nun davon aus, dass der Verkauf der r.e. „signifikant“ weniger als 1,7 Milliarden Euro einbringen wird. „Dies erfordert eine Anpassung des Sanierungskonzepts der Baywa AG“, hieß es in der Pflichtmitteilung an die Börse. Unbekannt ist nun nicht nur, wie hoch der Verkaufspreis der r.e. sein könnte, sondern auch der angepeilte Zeitpunkt. 

Vorstand bekundet Optimismus

Kurzfristig will die Baywa-Spitze eine Stillhaltevereinbarung  mit Großaktionären und kreditgebenden Banken abschließen, die dem Konzern eine Atempause bis Herbst 2026 verschaffen soll. Wie der geänderte Sanierungsplan aussehen könnte, war der Ad-hoc-Mitteilung nicht zu entnehmen. „Der Vorstand geht davon aus, dass eine Einigung erreicht werden kann“, hieß es in der Mitteilung knapp. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses für 2025 aber wird sich möglicherweise bis ins vierte Quartal verzögern.

Mit Informationen von dpa und Reuters

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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