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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Bankhaus RSA: Viele Gerüchte und ein rätselhafter Prüfbericht
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Bankhaus RSA: Viele Gerüchte und ein rätselhafter Prüfbericht

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 13. November 2025 14:50
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die Generalversammlung beim Bankhaus RSA im oberbayerischen Rechtmehring läuft üblicherweise entspannt ab, fast schon familiär – aber nicht so in diesem Jahr. Über 1.000 Genossenschaftsmitglieder kamen am Mittwoch zu der Veranstaltung in der Badriahalle in Wasserburg, viele von ihnen hatten eine zentrale Frage: Was genau ist schiefgelaufen im Jahr 2024?

Inhaltsübersicht
RSA Bank: Gerüchte statt PrüfberichtProblemfall RSA – Übernahme lehnen viele Mitglieder aber abRSA-Vorstand nicht entlastet, zweiter Prüfverband gefordertÜbernahme kann noch abgewendet werden

RSA Bank: Gerüchte statt Prüfbericht

Denn bis zu diesem Abend wurde der standardmäßige Prüfbericht für das zurückliegende Geschäftsjahr unter Verschluss gehalten. Stattdessen gab es Gerüchte: Die RSA habe sich mit Immobiliengeschäften verspekuliert und sei ins Minus gerutscht. Zu keinem der Punkte hat sich der Vorstand oder jemand aus dem Genossenschaftsverband bislang gegenüber dem Bayerischen Rundfunk geäußert.

Falls die RSA tatsächlich mittelfristig ein Sanierungsfall ist, könnte sie von einer anderen Bank übernommen werden. In der Tat ist laut Prüfbericht, der dem BR vorliegt, bereits der Sicherungsfonds der Volks- und Raiffeisenbanken eingesprungen und hat die RSA mit knapp 60 Millionen Euro gestützt. Warum genau das notwendig war, darüber gibt der Prüfbericht keine eindeutige Auskunft. Nur so viel: Die Bank habe Kredite ausgegeben, die so riskant sind, dass deren Rückzahlung nicht sicher ist.

Problemfall RSA – Übernahme lehnen viele Mitglieder aber ab

Was aber klar ist: Mit dieser finanziellen Unterstützung gilt die RSA als Problemfall. Eine Übernahme durch eine andere Bank möchten viele Mitglieder trotzdem nicht. „Der große Wunsch ist, dass die RSA selbstständig bleibt und nicht gezwungen wird zu einer Fusion, die sie nicht nötig hat.“ So formuliert es Karl Fischberger, der ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der kleinen Raiffeisenbank ist und inzwischen die Interessengemeinschaft „Rettet die RSA“ gegründet hat. Die hat nach eigenen Aussagen mittlerweile etwa 800 Mitglieder.

Die Befürchtung der RSA-Mitglieder ist nun, dass ihre eigentlich kerngesunde Bank krankgerechnet wird, um von der Rosenheimer Bank übernommen zu werden, die wiederum damit ihre eigenen Defizite vertuschen könnte.

RSA-Vorstand nicht entlastet, zweiter Prüfverband gefordert

Aber zu solchen schwerwiegenden Vorwürfen kam es nach Informationen des Bayerischen Rundfunks am Mittwochabend nicht. Die Presse war zu diesem Anlass explizit ausgeladen. Nach Informationen von Teilnehmenden haben die Mitglieder bis Mitternacht über den vorliegenden Prüfbericht diskutiert und ihn nach langem Hin und Her auch angenommen. Üblicherweise ist das ein nahezu selbstverständlicher Schritt bei einer solchen Generalversammlung.

Darauf folgten dann aber zwei absolut unübliche Schritte. Zum einen wurde weder der Vorstand noch der Aufsichtsrat entlastet. Der Vertreter des Bundesverbands BVR hatte zuvor klar gemacht: Sollte das kommen, dann werden die finanziellen Absicherungen zurückgezogen. Das hätte bedeutet, dass die Bilanz im Minus steht. Dann wäre die RSA das Risiko für Zahlungsausfälle enorm erhöht und zu einem Fall für die Bankenaufsicht geworden. Der Punkt wurde daraufhin von der Tagesordnung genommen.

Zum anderen hat sich die Versammlung dafür ausgesprochen, für die Zukunft einen anderen Prüfverband dazu zu holen. Ob das wirklich passiert, dürfte sich erst bei der nächsten Generalversammlung entscheiden. Die ist für Mitte 2026 angesetzt.

Übernahme kann noch abgewendet werden

Am Ende des Abends stand fest: Der BVR hat die Absicherung übernommen und die RSA beauftragt für Anfang 2026 externe Wirtschaftsprüfer. Die sollen ein Konzept erstellen, mit dem die RSA ihre Risiken abbauen und sich selbstständig weiterbewegen kann. Sollte mit diesem Sanierungsplan festgestellt werden, dass die RSA nicht mehr selbstständig weitermachen kann, dann könnte eine Übernahme nötig werden.

Der Gründer von „Rettet die RSA“, Karl Fischberger, sagt am Tag danach: „Es ist besser gelaufen als befürchtet. Ich denke, wir haben uns eine Chance erkämpft, unsere Selbstständigkeit zu erhalten.“ Ziel vieler Mitglieder ist es aber, neue Vorstandsmitglieder zu finden und sowohl die Finanzspritzen als auch die von den Rosenheimern eingesetzten Vorstände wieder aus dem Haus zu bekommen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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