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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Berufsknigge bringt Auszubildenden besseres Benehmen bei
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Berufsknigge bringt Auszubildenden besseres Benehmen bei

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 6. Februar 2025 16:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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„Es geht immer um Money, Money, Money“, sagt Florian Wagner. Aber wichtiger wäre, eine Arbeit zu haben, bei der „ich in der Früh aufstehe und sage, hey, ich gehe heute gerne in die Arbeit!“ Diesen Rat gibt Florian Wagner einer Schulklasse der Berufsschule Ursberg.

Inhaltsübersicht
2020 brach jeder fünfte Auszubildende abDie Distanz zwischen Betrieben und Auszubildenden ist großViele Jugendliche leiden an geringem Selbstwertgefühl

2020 brach jeder fünfte Auszubildende ab

Wagner ist Ausbildungsakquisiteur im Landkreis Günzburg. Er hilft jungen Menschen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und auch zu behalten. Jeder Fünfte bricht in Bayern die Ausbildung ab, zeigt eine Statistik von 2020 [externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt].

Florian Wagner sagt, ein Problem ist auch das Benehmen und nennt Beispiele. Es sei wichtig, immer alle zu grüßen, aus Respekt. Und ihn stört die Montagskrankheit, wie er sie nennt. „Es war wieder ein hartes Wochenende, dann sag’ ich, komm’ ich reiß’ mich jetzt zusammen und gehe trotzdem in die Arbeit“. Denn es trotzdem zu versuchen, das macht beim Chef einen guten Eindruck, ist Wagner überzeugt.

Gebannt hört die Schulklasse zu, Wagner hat eine natürliche Autorität, ohne streng aufzutreten. Er trägt Jeans, ein dunkelgrünes Jeanshemd und eine dunkelgrüne Schirmmütze, sein Markenzeichen: „Ich bin halt der Herr Wagner, der Mann mit der Cappy.“ Und er ist gnadenlos direkt zu den Jugendlichen – und genau das schätzen sie an ihm.

Die Distanz zwischen Betrieben und Auszubildenden ist groß

Zwischen den Ausbildungsbetrieben und den Jugendlichen ist die Distanz oft zu groß, sagt Thomas Miller, Leiter der Berufsschule Ursberg. Mit dem Netzwerk von Wagner gelingt der Austausch viel direkter. Denn der Ausbildungsakquisiteur kennt dutzende Personalleiter, hat meist sofort eine gute Idee, welche Stelle zu einem Jugendlichen passen könnte. Finanziert wird Wagners Stelle von der gemeinnützigen Organisation Pro Arbeit und dem Landkreis Günzburg.

Zu seinem Beruf kam er über viele Umwege. Auch er hat einen Mittelschulabschluss, erzählt er den Jugendlichen. Florian Wagner kommt aus einer Gastronomiefamilie. Mit 15 Jahren macht er die Ausbildung zum Restaurantfachmann, es folgt ein Nobelhotel in der Schweiz, dann ist er Oberkellner in der Sterneküche. Er geht auf Kreuzfahrtschiffe und wird Restaurantleiter im Hilton in New York, bis er auf Heimatbesuch seine große Liebe kennenlernt und wieder sesshaft wird in Deutschland. Ausbildungsakquisiteur ist er jetzt seit fast zehn Jahren.

Viele Jugendliche leiden an geringem Selbstwertgefühl

Nicht nur deshalb macht er den Schülern klar, dass sie auch mit Mittelschulabschluss viele Möglichkeiten haben. Er will auch das Selbstwertgefühl der Jugendlichen stärken. Denn daran fehlt es oft, sagt Wagner. Die Angst vor dem Scheitern halte viele von einer Bewerbung ab.

Und die Jugendlichen selbst? Die geben zu, dass ihnen manchmal die Motivation fehlt. Denn sie fühlen einen großen Druck und gerade die Bewerbungsschreiben fallen einigen schwer.

Genau deshalb unterstützt sie Florian Wagner, manche von ihnen sogar über Jahre und mehrere Ausbildungsversuche. Und auch wenn Florian Wagner seine eigene Leistung nicht herausstellen möchte: Es ist nicht übertrieben davon auszugehen, dass er in jetzt in beinahe zehn Jahren als Ausbildungsakquisiteur Hunderten Jugendlichen dabei geholfen hat, sich eine Zukunft aufzubauen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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