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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Nettorente: Was am Ende wirklich übrig bleibt
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Nettorente: Was am Ende wirklich übrig bleibt

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 7. Januar 2025 07:57
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Wer ganz genau wissen will, wie viel Geld er in der Rente netto zu erwarten hat, muss aktiv werden. Doch mal schnell im Internet einen geeigneten Rentenrechner suchen, die Daten der letzten Rentenauskunft eingeben und sogleich die zu erwartende Nettorente erhalten – das wird nicht funktionieren. Denn der erhoffte Wert ergibt sich für jeden aus seiner ganz persönlichen Rentenbiografie sowie dem individuellen Krankenversicherungs- und Steuerstatus.

Inhaltsübersicht
Amtliche Rechner helfen nur bedingt weiterIndividuelle Rentenberatung alternativlosSicherheitszuschlag bei Rente einkalkulierenVorgezogene Altersrente 2025 mit Abschlägen verbundenTrick: Rentenbeginn schlau wählen

Amtliche Rechner helfen nur bedingt weiter

Zwar bietet die Deutsche Rentenversicherung einen Rentenhöhe-Rechner (externer Link) an, der die Monatsrente abzüglich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen kalkuliert. Aber diese Zahl berücksichtigt eben nicht die Rentenbesteuerung, die nachgelagert erfolgt und die Bezieher zur jährlichen Einkommensteuererklärung verpflichtet. Nur wer bereits Rentner ist, dem helfen tatsächlich solche Alterseinkünfterechner (externer Link) wie der des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Individuelle Rentenberatung alternativlos

Doch diese Rechner kennen naturgemäß die Richtwerte der kommenden Jahre nicht und sind somit ungeeignet für alle, die ihren Renteneintritt noch planen. Zwar gibt es Rechner privater Anbieter, die vorgeben, auch dies zu können, doch bei einer Stichprobe von BR24 mit der Lohnsteuerhilfe Bayern und Dr. Schanz Consulting ergaben sich bei solchen Internettools teils grobe Fehler, etwa durch unzulässige Verwendung veralteter Richtwerte oder die Unmöglichkeit zur Eingabe eines individuellen Rentenbeginns. Ein besonders krasses Beispiel: Einem Gutverdiener mit gewünschtem Rentenstart 2025 wurden im Internet rund 400 Euro monatlich zu wenig errechnet.

Sicherheitszuschlag bei Rente einkalkulieren

Schätzwerte können jedoch helfen. Der Fachautor Werner Siepe hat sie für das Rentenjahr 2022 ermittelt. Für einen Standardrentner mit 1.600 Euro Bruttorente ergeben sich demnach 14,5 Prozent Abschläge. Bei einer weit überdurchschnittlichen Monatsrente sind es bereits 21 Prozent.

Doch steuer- und sozialversicherungsrechtliche Anpassungen verändern diese Werte laufend. Jüngstes Beispiel ist die erhebliche Erhöhung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die ab 2025 auch bei Renten für weniger Netto vom Brutto sorgen wird.

Der Rentenexperte Thomas Schanz empfiehlt daher beim Rentenplan einen Sicherheitszuschlag von rund fünf Prozent auf die erforderlichen Bruttoeinnahmen vorzusehen.

Vorgezogene Altersrente 2025 mit Abschlägen verbunden

Wer kommendes Jahr 63 wird und die Voraussetzungen erfüllt, kann vorgezogene Altersrente für langjährig Versicherte (externer Link) beantragen. Dies allerdings mit 0,3 Prozent Abschlägen für jeden Monat vorzeitigen Eintritt. Bei Rentenbeginn zum 1. Mai 2025 wären das immerhin 13,2 Prozent.

Aufgeschreckt durch Forderungen nach teils drastischen Erhöhungen der Abschläge, stellt sich akut für Berufstätige des Jahrgangs 1962 die Frage der Frühverrentung. Hier kommt es vor allem für Gutverdiener auf das richtige Timing an, wie ein entsprechendes Rechenbeispiel von Experte Thomas Schanz zeigt.

Demnach könnte ein Bezieher von gesetzlicher Altersrente und privater Betriebsrente, der frühestmöglich zum 1. Mai gehen dürfte, durch Weiterarbeit bis August erheblich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sparen, da sein Jahresbrutto dann über der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Trick: Rentenbeginn schlau wählen

Wird die Rente bis zum 1. Dezember 2025 ausgelöst, bringt das ebenfalls Vorteile gegenüber einem Rentenbeginn zum 1. Januar 2026, weil jedes Jahr die Renten- und Versorgungsfreibeträge sinken. Wer ohnehin zum Jahresende Schluss machen möchte, sollte daher bereits im Dezember in Rente sein. Wer hingegen noch bis ins Jahr 2026 arbeiten möchte, so Schanz, kann mit seinem Gehalt diese leichten Verluste mehr als ausgleichen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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