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Wirtschaft

Neues KfW-Programm soll bis zu 150.000 Wohnungen fördern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 29. September 2024 20:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Den Weg zum Eigenheim hatte sich Familie Sieber einfacher vorgestellt. Der Plan stand, alles war genau kalkuliert – doch dann fehlten Samuel und Angelika Sieber plötzlich wichtige Fördermittel für ihr Haus im Passauer Stadtteil Grubweg. Sie hätten fest mit einem KfW-Kredit gerechnet, und auch mit einem Zuschuss für ihr ursprünglich als Effizienz-Stufe 40 geplantes Haus, sagt Samuel Sieber. „Der wurde dann von einem Tag auf den anderen gestrichen.“

Inhaltsübersicht
Mehrere zehntausend Euro fehlenNeuer Fördertopf: Zwei Milliarden Euro für günstigeres BauenWunsch: Verlässliche Förderungen und weniger Vorschriften

Inzwischen läuft diese Förderung für energieeffizientes Bauen zwar wieder, zwischenzeitlich war sie jedoch ausgesetzt. Und nicht nur damit hatte die Familie zu kämpfen. „Das Baukindergeld ist auch weggefallen“, so Samuel Sieber. Ehe das Baugebiet endlich fertig war und man sich hätte bewerben können, waren die Fördermittel des Bundes ausgeschöpft. „Das wäre mit unseren fünf Kindern natürlich ein Batzen gewesen.“

Mehrere zehntausend Euro fehlen

So fehlten mehrere zehntausend Euro Förderung. „Stress“ sei das gewesen, sagt Angelika Sieber und die Familie musste entscheiden: „Was können wir uns nicht leisten, was wir gern gemacht hätten oder was auch effizient gewesen wäre – auch wegen Umweltschutz – was dann aber halt nicht geht.“

In den vergangen Monaten sind die Bauzinsen im Schnitt zwar leicht gesunken, sie liegen aber immer noch deutlich höher als noch vor fünf Jahren, von stark erhöhten Baukosten ganz zu schweigen. Dabei galt als Devise der Politik: Bauen und Wohnen muss klimafreundlicher werden und der Staat unterstützt mit Förderungen.

Neuer Fördertopf: Zwei Milliarden Euro für günstigeres Bauen

Zwei Tage lang hatten sich Vertreter der Bauministerien von Bund und Ländern in Passau getroffen, unter dem Vorsitz des bayerischen CSU-Bauministers Christian Bernreiter. Neben dem Thema Wohngeld ging es auch um hohe Baukosten.

Ab dem 1. Oktober startet ein neues KfW-Förderprogramm des Bundes namens „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“, kurz „KNN“. Förderberechtigt soll sein, wer die Kosten niedrig hält, flächeneffizient baut und in der Folge preiswerten Wohnraum schafft. Für verbilligte Kredite stünden insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung, so Rolf Bösinger, SPD-Staatssekretär im Bundesbauministerium. Man gehe „von einer Förderung von 100.000 bis 150.000 Wohneinheiten aus“. Bauträger und Privatpersonen können laut Ministerium von den Fördersummen profitieren, die bis Ende 2025 sowohl für Wohnungen als auch für Häuser bereitstehen.

Bayerns Bauminister Bernreiter sprach von eine „Dreieck“ aus Nachhaltigkeit, Kostenrelevanz und Klimaneutralität, das es zu optimieren gelte: „Wir müssen alle miteinander verstärkt die Kosten in den Blick nehmen.“

Wunsch: Verlässliche Förderungen und weniger Vorschriften

Im Passauer Stadtteil Grubweg hatte nicht nur Familie Sieber mit den Entwicklungen der letzten Jahre zu kämpfen. Viele hätten ihre Grundstücke zurückgegeben, erzählt Samuel Sieber – weil Förderungen weggefallen und Zinsen gestiegen seien: „Alles zum gleichen Zeitpunkt.“ Umso wichtiger findet Angelika Sieber, dass Zuschüsse und Förderungen verlässlich sind, „dass es die auch weiterhin gibt und nicht von einem Tag auf den anderen irgendwelche Sachen komplett geändert werden“.

Außerdem hätte sich die Familie weniger Vorschriften und Bürokratie gewünscht. Im Großen, weil Förderungen derart hohe Standards haben, dass es sich laut Angelika Sieber kaum mehr lohnt. Aber auch im Kleinen: Am liebsten wäre Familie Sieber ein schwarzes Dach gewesen. Das hätten sie aber beantragen müssen, eine Genehmigung hätte 500 Euro extra gekostet und wohl mehrere Wochen gedauert. So hat das Dach nun wie vorgeschrieben rote Ziegel.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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