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Tausch statt Kauf: So funktioniert Alternative zu Fast Fashion

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. April 2025 09:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Rebekka schiebt Kleiderbügel mit Pullis und Shirts von links nach rechts, während sie überlegt, ob ihr das eine oder andere Teil stehen würde. Bei einem hellblauen Blazer ist sie sicher: Den nimmt sie von der Tauschbörse im Werkstattladen „Sechs Grad cooler“ in Schwarzenbach an der Saale mit nach Hause. Bezahlen muss sie dafür nichts, denn sie hat selbst drei ausgemusterte Kleidungsstücke in die Textilmanufaktur im Landkreis Hof mitgebracht. Für den Altkleider-Container sind sie aus mehreren Gründen viel zu schade.

Inhaltsübersicht
Fabrikeinsturz in Bangladesch 2013 führt zum Umdenken„Genug Kleidung für mehrere Generationen produziert“Kleidertausch auch bei Model-Agenturen angekommen

Fabrikeinsturz in Bangladesch 2013 führt zum Umdenken

Die eintägige Tauschbörse hat Lisa Augustin von der Textilmanufaktur „Anna Blume“ in ihrem Werkstattladen veranstaltet. Es ist ihr Beitrag zur „Fashion Revolution Week“. Diese Aktionswoche im April ist vor dem Hintergrund des fatalen Fabrikeinsturzes in Bangladesch am 24. April 2013 entstanden. Damals starben mehr als 1.100 Menschen, die als Näherinnen und Näher für sogenannte „Fast Fashion“ gearbeitet hatten, also für Hersteller günstiger, nicht hochwertiger Mode – auch aus Deutschland. Der Einsturz gilt als die viertgrößte Industriekatastrophe der Geschichte.

Bundesweit machen seitdem in der Fashion Revolution Week Textilunternehmen und Umweltschützer auf die Produktionsbedingungen in der Modeindustrie in Billiglohnländern aufmerksam. Und auch Lisa Augustin will mit der Tauschbörse erreichen, dass wir unseren Konsum von Kleidungsstücken kritisch betrachten und die Teile, wenn wir sie schon neu kaufen, lange „am Leben“ halten. „Unsere Kleidung wird von Menschen genäht“, sagt die Textilunternehmerin. „Wenn man das im Hinterkopf hat, kann man sehr viel bewusster durch Läden gehen, kann öfter mal Secondhand kaufen und kann die Textilien, die man hat, sehr gut wertschätzen.“

„Genug Kleidung für mehrere Generationen produziert“

Eine Nähmaschine steht einladend auf einem Tischchen neben den Kleidungsständern mit den mitgebrachten Kleidern, Hosen und Pullis. Sie soll die Besucherinnen und Besucher der Tauschbörse dazu einladen, fehlerhafte Kleidungsstücke auszubessern, aufgeplatzte Nähte zu reparieren oder Ärmel zu säumen. Auch diese Handgriffe lassen ein Kleidungsstück länger leben.

Wenn es aber wirklich nicht mehr getragen wird, empfiehlt Lisa Augustin neben Kleiderbörsen auch Sozialkaufhäuser, die gut erhaltene Bekleidung gerne annehmen, oder Secondhandläden. „Es gibt so viel Kleidung auf dieser Welt, dass wir für Generationen keine mehr produzieren müssten“, meint Lisa Augustin.

Kleidertausch auch bei Model-Agenturen angekommen

Auch Anna Ritzinger, die als Model für eine nachhaltige Agentur arbeitet, hat sich beim Kleidertausch ein Outfit zusammengestellt, das sie später auf Instagram posten möchte. Sie findet es „einfach superwichtig, die Kleiderschwemme mit solchen Events ins Bewusstsein der Leute zu bringen“. Sie findet es „sehr cool, dass es das im Hofer Land gibt“.

Rebekka hatte zur Kleidertauschbörse zwei aussortierte T-Shirts und eine Hose aus ihrem Kleiderschrank mitgebracht. Sie hofft, dass jemand an ihren ehemaligen Lieblingsstücken so viel Freude haben wird, wie sie an dem hellblauen Blazer, den sie an diesem Tag gefunden hat. Bei der nächsten Kleidertauschbörse im April 2026 wird sie ihn vielleicht dann wieder zurückbringen – beim nächsten Kleidertausch im Werkstattladen von „Anna Blume“.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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