Viel Selbstlob, deutliche Kritik an Europa, viel Desinformation – und keine Zweifel an „America first“ und den Grönlandplänen: US-Präsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor allem seine isolationistische Politik angepriesen. Zum Schutz der Welt müsse Grönland von den USA übernommen werden, behauptete Trump erneut. Gewalt werde er dafür aber nicht anwenden, sagte er.
Trump will Grönland und lässt nicht locker
Er forderte stattdessen „sofortige Verhandlungen“ – mit wem, sagte er nicht. Dänemark, zu dem Grönland gehört, und weitere europäische Staaten wie Deutschland hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Nur die USA könnten „dieses riesige Stück Land“ verteidigen, sagte Trump. „Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit.“
Noch vor seiner Ankunft in Davos zeigte sich der US-Präsident zuversichtlich, dass es eine Lösung im Streit um Grönland geben werde. Sollte Europa das nach wie vor nicht so sehen, hat er auch bereits die Konsequenzen angekündigt: Strafzölle ab dem 1. Februar gegen Deutschland und andere europäischen Staaten.
Europa sucht nach einer Antwort
Wie soll Europa mit diesen ständigen Ankündigen Trumps umgehen? Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zeichnet sich ein Ende der Geduld ab. Sowohl EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, als auch der französische Präsident Macron kündigten bereits mögliche Konsequenzen an.
Bei BR24 um 16 Uhr hat BR-Reporter Jasper Ruppert die Rede des US-Präsidenten live im Studio eingeordnet. Außerdem haben wir mit dem Politikwissenschaftler und USA-Experten Josef Braml über die transatlantischen Beziehungen gesprochen und welche Haltung Europas angemessen sein könnte. Die Sendung finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

