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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Von Benzin bis Semmeln: Warum die Inflation weiter anzieht
Wirtschaft

Von Benzin bis Semmeln: Warum die Inflation weiter anzieht

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 30. März 2026 16:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Schwierige Prognosen

Die meisten Forschungsinstitute und die EZB haben keine eindeutigen Inflationsprognosen abgegeben, da sich die politische Lage schnell ändern kann. Entscheidend ist, wie lange der Krieg dauern wird und ob die Produktion und Förderung danach ohne große Probleme wieder aufgenommen werden kann. Die EZB rechnet daher mit zwei Szenarien: Das optimistischere geht davon aus, dass der Krieg bis zum Sommer beendet ist und keine Produktionsanlagen zerstört werden. In dieser Prognose wird die Inflation nur kurz anspringen und sich im nächsten Jahr wieder bei rund zwei Prozent stabilisieren. Im pessimistischeren Szenarium dauert der Krieg länger und auch die Förderung von Öl und Gas wird nur schleppend anlaufen. Hier sieht die Prognose deutlich düsterer aus: Die Inflationsrate dürfte dann in diesem Jahr auf 4,4 Prozent steigen, im nächsten auf 4,8 Prozent und sich erst 2028 wieder stabilisieren.

Inhaltsübersicht
Schwierige PrognosenGratwanderung für die EZBWas kann der Staat tun?Was können die Verbraucher tun?

Gratwanderung für die EZB

Die Bekämpfung der Inflation ist in erster Linie die Aufgabe der EZB. Steigen die Preise stärker als erwünscht, müsste sie die Zinsen anheben. Das hat sie bei der letzten Inflation 2022 auch getan, allerdings reichlich spät. Diesmal, so signalisiert es die Notenbank, wird sie früher reagieren. Sie steht allerdings vor zwei Problemen: Zum einen bremsen höhere Zinsen die Konjunktur, die vor allem in Deutschland sowieso eher mau ist. Zum anderen bringen höhere Zinsen die hochverschuldeten Staaten in Schwierigkeiten, da sie dann mehr Zinszahlungen in ihren Budgets einplanen müssen. Da die EZB aber in erster Linie für Preisstabilität zu sorgen hat, darf sie darauf eigentlich nicht achten.

Was kann der Staat tun?

Die Bundesregierung diskutiert einige Maßnahmen, um den Anstieg der Energiepreise abzufedern. In Frage kommt wieder eine Senkung der Energiesteuern und sollte die Inflation anhalten, auch eine Senkung der Mehrwertsteuer zum Beispiel auf Lebensmittel. Beides würde aber natürlich erhebliche Kosten verursachen, da der Staat deutlich weniger Steuern einnehmen würde.

Was können die Verbraucher tun?

Da wir es hier mit einem Angebotsschock zu tun haben und das Angebot vermutlich nicht schnell wieder steigen wird, bleibt den Verbrauchern nur, ihre Nachfrage einzuschränken. Also Strom sparen, weniger heizen und weniger Auto fahren, wenn sie einen Verbrenner haben. Am stärksten treffen die hohen Benzinpreise übrigens die Mittelschicht. Das zeigt das Inflationsbarometer der Hans-Böckler-Stiftung. Die einkommensschwachen Haushalte haben oft kein Auto und die Familien mit hohem Einkommen geben prozentual weniger für Benzin aus.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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