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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Die Augenbohne: Eine neue, proteinreiche Kulturart für Bayern?
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Die Augenbohne: Eine neue, proteinreiche Kulturart für Bayern?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 2. Juni 2026 15:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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„Die Augenbohne ist eine tolle Proteinquelle“, schwärmt Klaus Fleißner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Die Augenbohne – auch Schwarzaugenbohne oder Kuhbohne genannt – besteht bis zu 25 Prozent aus Protein und bis zu 60 Prozent aus Kohlenhydraten. Dabei ist sie natürlicherweise sehr fettarm und als Pflanze sehr trockentolerant.

Inhaltsübersicht
Von Namibia nach Niederbayern: Tests mit der AugenbohneErdnuss, Reis und Augenbohne: „Future Crops“ in BayernAugenbohne: Potenzial als Mehl-, Milch- und Fleischalternative

Ein neues „Superfood“ für Bayern? In afrikanischen und asiatischen Ländern steht die Augenbohne schon regelmäßig auf dem Speiseplan. Hierzulande nicht. Doch der Agrartechnologe Klaus Fleißner sieht für die kleine weiß-schwarze Bohne auch „eine große Zukunft in Bayern“.

Von Namibia nach Niederbayern: Tests mit der Augenbohne

Fleißner selbst war es, der die Augenbohne aus Namibia nach Bayern gebracht hat. Über fünfzehn Jahre lang hat er in Entwicklungsprojekten auf dem afrikanischen Kontinent mit der Pflanze gearbeitet. „2018 war in Bayern ein sehr trockenes und warmes Jahr“, erinnert er sich. Sein Gedanke: zwischen Juni und September sind das doch auch hier ideale Bedingungen für die Augenbohne. Seit gut sieben Jahren experimentiert er deshalb auf einem Forschungsfeld im niederbayerischen Ruhstorf an der Rott.

Das Ziel: die passendste Sorte für bayerische Bedingungen zu finden. In diesem Jahr wurden vierzehn Augenbohnensorten gesät, die auf Keimfähigkeit, Ertrag oder Robustheit geprüft werden. Einige von ihnen wachsen schon sehr gut. Derzeit im Rennen ganz weit vorn: eine Art, die „fast lady“ (zu Deutsch: schnelle Dame) genannt wird.

Erdnuss, Reis und Augenbohne: „Future Crops“ in Bayern

Neben der Erdnuss, Reis, Sesam und Schwarzkümmel gilt die Augenbohne als sogenannte „Future Crop“ in Bayern. Also als mögliche neue Kulturart, die auch in Zeiten des Klimawandels von Landwirtinnen und Landwirten angebaut werden könnte.

Doch einige Probleme gibt es noch, bis die Augenbohne betriebswirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann. Blattkrankheiten sowie Schädlinge können der Augenbohne zusetzen. Wenn es zu Kälteeinbrüchen kommt, dann stirbt die Pflanze gar ganz ab. Schwierigkeiten sehen die Experten von der LfL auch bei der Ernte: manche Sorten reifen ungleichmäßig, sodass sie nicht auf einmal geerntet werden können. Neben der perfekten Sorte suchen Fleißner und sein Team deswegen auch nach Lösungen für diese Probleme beim Anbau.

Augenbohne: Potenzial als Mehl-, Milch- und Fleischalternative

Trotz landwirtschaftlicher Herausforderungen – die Professorin für Pflanzenproteine und Ernährung an der Technischen Universität München, Ute Weisz, bewertet die Augenbohne ebenso mit großem Potential. Zum einen analysiert sie die verschiedenen Sorten der Landesanstalt für Landwirtschaft auf ihren Proteingehalt. Zum anderen entwickelt sie auch Produkte aus der Augenbohne. Zum Beispiel Mehl, als Zusatz zu Backwaren, Milch- und Fleischalternativen oder extrahiert als Proteinkonzentrat.

Die Vorteile der Augenbohne für die Lebensmitteltechnologen: sie schmeckt vergleichsweise neutral, ist weiß und somit flexibel einsetzbar und enthält weniger antinutritive Substanzen. Also Inhaltsstoffe, die die Pflanze schlecht verdaulich machen. Im Vergleich zu anderen Leguminosen (Hülsenfrüchten) stehe die Augenbohne „ziemlich weit vorn auf unserer Liste“, so die Expertin.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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