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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Erstmals mehr Ärztinnen als Ärzte in Bayern
Wissen

Erstmals mehr Ärztinnen als Ärzte in Bayern

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 27. Januar 2026 08:48
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Mehr Ärztinnen als Ärzte: Nach den statistischen Zahlen der Bayerischen Landesärztekammer haben im Jahr 2025 in Bayern erstmals mehr Frauen als Männer im Arztberuf gearbeitet. Die Landesärztekammer zählte 37.848 berufstätige Ärztinnen und 37.078 Ärzte. Sowohl in den Kliniken als auch in den Arztpraxen ist demnach das ärztliche Personal mehrheitlich weiblich.

Inhaltsübersicht
Mehr als 60 Prozent Medizin-StudentinnenAlternde Bevölkerung und Teilzeit-Arbeit: Bedarf an Ärzten steigtImmer mehr angestellte Ärzte

Mehr als 60 Prozent Medizin-Studentinnen

Der Präsident der Landesärztekammer Gerald Quitterer erwartet, dass sich die Entwicklung weiter fortsetzt. Im Medizinstudium liege der Frauenanteil schon bei über 60 Prozent. Diese Entwicklung werde zeitversetzt auch im Arztberuf ankommen, sagt Quitterer.

Quitterer sieht allerdings noch beträchtlichen Nachholbedarf bei den Karrieremöglichkeiten für Frauen. Nach der Statistik der Landesärztekammer ist nur eine von sieben Führungspositionen in Krankenhäusern mit einer Frau besetzt, obwohl Frauen insgesamt die Mehrheit des Klinikpersonals stellen. „Das stellt mich nicht zufrieden“, betont Quitterer. Die Krankenhäuser müssten mehr unternehmen, damit nicht nur Beruf und Familie miteinander vereinbar seien, sondern auch Karriere und Familie.

Alternde Bevölkerung und Teilzeit-Arbeit: Bedarf an Ärzten steigt

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Bayern um 2,7 Prozent gestiegen. Auf ein Jahrzehnt gerechnet, summiert sich der Anstieg auf 22,7 Prozent. Trotzdem reiche der Zuwachs nicht aus, erklärt Quitterer. Zum einen nehme mit dem immer höheren Durchschnittsalter der Bevölkerung auch der Behandlungsbedarf zu. Außerdem steige der Anteil der Angestellten in Arztpraxen und auch der Teilzeit-Beschäftigten.

Seit Ende 2015 hat sich der Anteil der Angestellten am ärztlichen Praxispersonal in Bayern von 20,5 Prozent auf 39,5 Prozent fast verdoppelt. Viele der Angestellten arbeiteten in Teilzeit, erklärt Quitterer. „Deswegen brauchen wir mehr Ärztinnen und Ärzte, damit die Arbeitszeit, die wir vermehrt brauchen, geleistet werden kann.“

Noch schneller als die Zahl der berufstätigen Ärzte ist in letzter Zeit die Zahl der arbeitslosen Mediziner gestiegen. Aktuell weist die Ärztekammer 2.960 Arbeitslose in ihrer Statistik aus, Ende 2015 waren es erst 1.722.

Immer mehr angestellte Ärzte

Für diesen auf den ersten Blick überraschenden Anstieg um mehr als 70 Prozent gibt es nach Einschätzung des Ärztepräsidenten vor allem zwei Erklärungen. Weil immer mehr Ärztinnen und Ärzte angestellt arbeiteten, komme es auch häufiger vor, dass sich Kollegen zwischen zwei Anstellungen arbeitslos meldeten. Zudem steige die Zahl der Ärzte ohne deutschen Pass zügig. Oft müssten die ausländischen Kollegen allerdings längere Zeit auf verschiedene Anerkennungen warten und blieben in dieser Zeit ohne Arbeit.

Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit liegt die Arbeitslosigkeit in der Ärzteschaft in Bayern aber trotz des Anstiegs bei nur rund zwei Prozent. Nach Einschätzung der BA herrscht weiterhin Vollbeschäftigung im Arztberuf.

Mit Informationen von dpa

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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