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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Grillen ohne Risiko: So schützen Sie sich vor Hepatitis E
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Grillen ohne Risiko: So schützen Sie sich vor Hepatitis E

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 15. August 2025 19:50
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Beim Grillen steht für viele immer noch das Fleisch im Mittelpunkt. Aber nicht alles, was auf dem Rost landet, ist unbedenklich. Über das Fleisch können nicht nur Bakterien, sondern auch Viren übertragen werden – etwa Campylobacter, Salmonellen oder Hepatitis E. Hepatitis E kann zum Beispiel über nicht ausreichend durchgegartes Schweine- oder Wildfleisch übertragen werden. Wer die Risiken kennt, kann sich schützen.

Inhaltsübersicht
Kann man sich beim Grillen mit Hepatitis E anstecken?Wie heiß und wie lange muss das Fleisch gegart werden?Tipps für entspanntes Grillvergnügen ohne RisikoWas ist Hepatitis E für ein Erreger?Wie oft tritt Hepatitis E in Bayern und Deutschland auf?Welche Beschwerden zeigen sich bei einer Hepatitis E-Infektion?Wer ist besonders gefährdet?Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis E?

Kann man sich beim Grillen mit Hepatitis E anstecken?

In Europa ist der Hauptübertragungsweg von Hepatitis E unzureichend erhitztes Fleisch. Vor allem Schweine- und Wildfleisch kann das Hepatitis‑E‑Virus (HEV) enthalten. Nur vollständiges Erhitzen sorgt für Sicherheit – bei rohen Wurstprodukten wie Mett oder Leberwurst ist dies jedoch nicht möglich, da sie roh verzehrt werden.

Wie heiß und wie lange muss das Fleisch gegart werden?

HEV bleibt relativ hitzestabil – leichtes Anbraten reicht nicht aus. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (externer Link) empfiehlt, Lebensmittel vollständig zu garen. Nur bei Kerntemperaturen von mindestens 71 °C über 20 Minuten wird das Virus sicher inaktiviert.

Tipps für entspanntes Grillvergnügen ohne Risiko

  • Kerntemperatur messen: 70–71 °C im Inneren des Fleischstücks sind das Ziel. Ein Fleischthermometer hilft, das zu kontrollieren.
  • Zeit lassen: Besonders bei dicken Stücken – außen knusprig, innen durch, nicht „blutig“.
  • Sauber arbeiten: Keine Kreuzkontamination zwischen rohem und fertigem Essen – das heißt, beides sollte nicht in Berührung kommen, auch nicht durch gemeinsam genutzte Hilfsmittel wie Messer oder Teller.
  • Risikogruppen schützen: Menschen mit Leberproblemen oder Immunschwäche sollten besonders gründlich garen und auf rohe Produkte verzichten.

Was ist Hepatitis E für ein Erreger?

Eine Hepatitis E-Infektion wird durch das Hepatitis‑E‑Virus ausgelöst. Beim Menschen kommen vier Haupttypen vor – die Genotypen 1 bis 4. Sie haben unterschiedliche Ursprungsquellen: Die Genotypen 1 und 2 stehen meist in Zusammenhang mit unzureichender Trinkwasserhygiene, wobei die Übertragung in der Regel durch die Aufnahme von fäkal verunreinigtem Wasser oder kontaminierten Lebensmitteln erfolgt. Infektionen sind daher häufig ein „Reisemitbringsel“ aus Regionen wie Asien, Mittelamerika und Afrika.

In Europa ist vor allem Genotyp 3 verbreitet. Hier gilt der Verzehr von rohem oder nicht vollständig durchgegartem Schweinefleisch als wichtigste Infektionsquelle. Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland zwischen 40 und 50 Prozent der Hausschweine Antikörper gegen HEV tragen – ein Hinweis darauf, dass sie während ihres Lebens mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, so das BfR.

Wie oft tritt Hepatitis E in Bayern und Deutschland auf?

Seit einigen Jahren steigen die gemeldeten Fallzahlen in Bayern und ganz Deutschland stetig. 2024 registrierte das Robert Koch‑Institut (RKI) 4.741 laborbestätigte Fälle – überwiegend ohne vorherige Reise in Risikogebiete. In Bayern waren es zwischen 2019 und 2024 jährlich 427 bis 563 Fälle. Der Anstieg hängt vermutlich weniger mit einer tatsächlichen Zunahme der Erkrankungen zusammen, als vielmehr mit gesteigerter Aufmerksamkeit in der Ärzteschaft, häufigeren Tests und empfindlicheren Diagnosemethoden, so das Robert Koch-Institut (externer Link).

Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 17 Prozent aller Erwachsenen Antikörper gegen HEV aufweisen, so das RKI. Das entspricht mehreren hunderttausend Infektionen jährlich. Viele davon verlaufen symptomlos.

Welche Beschwerden zeigen sich bei einer Hepatitis E-Infektion?

Die Inkubationszeit beträgt meist 30 bis 40 Tage. Symptome sind oft mild oder unspezifisch: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchbeschwerden, manchmal Fieber oder dunkler Urin. Später kann Gelbsucht auftreten. Bei gesunden Menschen heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Chronische Verläufe sind aber möglich – besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen.

Wer ist besonders gefährdet?

Transplantationspatienten, Menschen mit chronischer Lebererkrankung oder Immunschwäche gehören zu den Risikogruppen, da HEV-Infektionen bei ihnen chronisch verlaufen können. Auch Schwangere und ältere Menschen sollten vorsichtig sein – wobei Genotyp 3, der in Deutschland vorherrscht, für Schwangere weniger gefährlich ist als Genotyp 1 oder 2 in anderen Regionen.

Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis E?

In Deutschland ist bislang kein Impfstoff zugelassen. Bei gesunden Menschen mit stabiler Immunabwehr ist meist keine spezielle Therapie nötig – es genügt, die Symptome zu behandeln.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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