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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Leere Gasspeicher: Wie sinnvoll wäre eine nationale Gasreserve?
Wissen

Leere Gasspeicher: Wie sinnvoll wäre eine nationale Gasreserve?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 1. März 2026 17:49
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Wie abhängig sind wir von den Gasspeichern im Winter?

Auch in Wintermonaten kommt ungefähr drei Viertel des Gasverbrauchs aus direkten Importen und nur ein Viertel aus den Gasspeichern. Neben den Gasspeichern sind also auch die Importmöglichkeiten und die Höhe des Erdgasverbrauchs entscheidend für eine stabile Versorgung.

Inhaltsübersicht
Wie abhängig sind wir von den Gasspeichern im Winter?Was ist an bayerischen Erdgasspeichern besonders?Wie könnte eine strategische Gasreserve funktionieren?Welche Alternativen gibt es?Wie kann Deutschland die Abhängigkeit von Erdgas reduzieren?

Was ist an bayerischen Erdgasspeichern besonders?

Bei den bayerischen Erdgasspeichern handelt es sich um so genannte Porenspeicher, das sind frühere Erdgaslagerstätten. Laut Jochen Linßen, Leiter der Abteilung Integrierte Infrastruktur am Forschungszentrum Jülich, brauchen sie wegen ihrer physikalischen Beschaffenheit etwa zwei- bis dreimal länger zum Befüllen als Kavernenspeicher in Norddeutschland. Das Wiederbefüllen nach dem Winter muss demnach rechtzeitig organisiert werden.

Wie könnte eine strategische Gasreserve funktionieren?

Für die Einführung einer strategischen Gasreserve spricht sich unter anderem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) aus, und inzwischen auch die Bundesnetzagentur. Als Vorbild nennt unter anderem Aiwanger Deutschlands strategische Ölreserve. Sie umfasst den Ölbedarf für 90 Tage und wird für Notfälle zurückgehalten, steht also dem normalen Markt nicht zur Verfügung.

Das 1:1 auf Erdgas zu übertragen, wäre nicht leicht, denn Gasspeicher lassen sich nicht so einfach bauen wie Erdöltanks. Obwohl Deutschland im internationalen Vergleich über besonders große Gasspeicher verfügt, würden selbst die gesamte Speicherkapazität nur für zweieinhalb Wintermonate reichen, wenn nicht weiteres Gas von außen kommt.

Für den normalen Gasmarkt bliebe dann gar keine Kapazität mehr übrig. Außerdem müsste das Reserve-Erdgas für mehrere Milliarden Euro gekauft werden. Dieses Geld wäre dann dauerhaft gebunden.

Welche Alternativen gibt es?

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wünscht sich marktwirtschaftliche Lösungen. Die Vorsorge für den Winter bleibe Aufgabe der Gaslieferanten und -händler. Das Problem dabei ist jedoch, dass zuletzt die Preissignale dafür fehlten. Denn die Regel, dass Gas an der Börse im Sommer billig ist und im Winter teuer, so dass der Preisunterschied für den Gewinn beim Speichern sorgt, galt zuletzt nicht mehr.

Laut Franziska Holz vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bräuchte es daher andere marktliche Anreize. Man könne etwa Gaslieferanten dazu verpflichten, einen bestimmten Anteil ihrer im Voraus verkauften Gasmengen vor dem Winter physisch einzulagern. In Deutschland ist das – anders als etwa in Frankreich – bisher nicht der Fall.

Wie kann Deutschland die Abhängigkeit von Erdgas reduzieren?

Wenn die Bundesrepublik Fortschritte in Richtung Klimaneutralität macht, wird das Land gleichzeitig weniger abhängig von importiertem fossilem Erdgas. Konkret heißt das etwa: Gebäude dämmen und Heizungen von Gaskesseln auf Wärmepumpen umstellen.

In Industrieprozessen und Kraftwerken soll Erdgas zunehmend durch Wasserstoff ersetzt werden. Ein Teil der Erdgasspeicher wird daher in den Jahren nach 2030 auf Wasserstoff umgestellt werden. Dafür eignen sich vor allem Kavernenspeicher in Norddeutschland.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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