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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Private Stromspeicher: Lohnt sich das?
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Private Stromspeicher: Lohnt sich das?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 16. Mai 2025 08:50
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Keine Panik wegen Blackouts wie in Spanien und Portugal – sagt Professor Michael Sterner. Aber er hat eine Empfehlung: „Wer daheim eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher installiert, macht sich unabhängiger von der gesamten Stromversorgung“. Der Energie-Experte von der Ostbayerischen Technische Hochschule Regensburg ist überzeugt, dass die Stromversorgung in Deutschland zu den sichersten in ganz Europa zählt. Trotzdem seien Absicherungen für den Notfall wichtig, eben durch Speicher. „Vor allem durch Pumpspeicher, Batteriespeicher, Wasserkraft und eben auch Speicherbatterien für den privaten Gebrauch.“

Inhaltsübersicht
Kosten Speicherbatterien: Nach sechs Jahren amortisiertPrivat-Haushalte: Beitrag zur Energie-WendeE-Auto in Stromkreislauf integrieren: Bidirektionales LadenRegulatorische und infrastrukturelle Hürden

Kosten Speicherbatterien: Nach sechs Jahren amortisiert

Wer daheim schon eine Solaranlage installiert habe, der müsse nur den Speicher noch nachrüsten, so Professor Sterner. Was die Größenordnung des Speichers betreffe, so empfehle er für einen Vier-Personen-Haushalt ungefähr fünf bis zehn Kilowattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch eines Tages. Die Kosten lägen dann bei ungefähr fünf bis 6.000 Euro. Investitionen, die sich bereits nach sechs Jahren amortisieren würden.

Wer zum Beispiel sein E-Auto mit Strom aus der eigenen Anlage lade, könne hundert Kilometer für nur einen Euro fahren. Wer erst noch eine PV-Anlage anschaffen müsse, für den seien die Anschaffungskosten natürlich höher.

Privat-Haushalte: Beitrag zur Energie-Wende

Viel wichtiger ist für Professor Sterner aber der persönliche Beitrag jedes Einzelnen zur Energiewende. Dafür setzt sich auch die Energie-Genossenschaft Inn-Salzach ein, kurz EGIS. Die Bürgerinitiative aus dem Landkreis Altötting investiert in regionale Projekte aus erneuerbaren Energien, in Fernwärme, E-Mobilität, Photovoltaik.

Anteile bei der EGIS hat auch Christoph Hiermeier in Garching an der Alz. Für die Steuerung seines „Smart Homes“ hat er vor fünf Jahren eine Speicherbatterie mit 13,5 kWh eingebaut. „Unser Haus benötigt sehr viel Strom, für die Wärmepumpe, also für die Heizung und den Warmwasser-Verbrauch, und auch für die Jalousien und das E-Auto.“ 70 Prozent seines Jahresbedarfs fängt der Speicher auf, 30 Prozent Strom kauft er zu.

Was Familienvater Hiermeier bedauert: Sein Speicher hat noch keine Notstrom-Funktion – neuere Modelle haben eine Ersatzstromversorgung plus solarer Nachladung. Die Mehrkosten dafür liegen laut Anbietern bei rund 3.000 Euro.

E-Auto in Stromkreislauf integrieren: Bidirektionales Laden

Die Technik Erneuerbarer Energien entwickelt sich ständig weiter. Das spürt auch Ludwig Haunolder aus dem oberbayerischen Teising. Bereits vor 20 Jahren hat er eine PV-Anlage auf seinem Dach installiert. Noch lohnt sich die Einspeisung ins Netz für ihn auch finanziell: Satte 54,9 Cent bekommt er nämlich noch für eine Kilowatt-Stunde. Doch zum Jahresende läuft sein Vertrag aus – dann bekäme er nur noch knapp 8 Cent.

Das Ehepaar Haunolder müsste aber auch selbst wieder Strom von einem Energie-Versorgungsunternehmen einkaufen – mindestens zum dreifachen Preis. Nicht ideal, findet der Rentner. Weil er ein E-Auto hat, setzt er auf diese Alternative: Das Bidirektionale Laden. „Das heißt: Ich könnte mein Auto als Speicher benutzen und könnte die Batterie be- und entladen und den Strom im Haus entsprechend verwenden“, sagt Ludwig Haunolder. Das Einbinden der Auto-Batterie würde ihn etwa 2.000 Euro kosten.

Regulatorische und infrastrukturelle Hürden

Die praktische Umsetzung der Nutzung des Autospeichers für den privaten Haushalt ist laut Professor Michael Sterner noch Zukunftsmusik. „Es hängt in der Praxis noch an der Umsetzung, an den Wall-Boxen, an den Stromtarifen.“

Auf BR-Nachfrage erklärt das bayerische Umweltministerium, dass vor allem auf Bundes- und EU-Ebene weitere regulatorische Fragestellungen geklärt werden müssen. Mit Verweis auf andere Länder wie Frankreich, wo die Autobatterie bereits mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden werden kann, kritisieren Verbraucher auch politische und wirtschaftliche Blockaden.

Eine weitere Hürde: Je nach Anwendungsfall seien teilweise unterschiedliche technische Voraussetzungen zu erfüllen. Obwohl es die einzelnen Hardware-Komponenten wie Wallboxen, E-Fahrzeuge und Solar-Wechselrichter bereits gibt, ist das Gesamt-System am Markt noch nicht aufeinander abgestimmt.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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