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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Regen und Kälte bringen Mehlschwalben in Gefahr
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Regen und Kälte bringen Mehlschwalben in Gefahr

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 18. September 2024 12:51
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Das Telefon klingelt ständig bei Sylvia Weber, Schwalben-Expertin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) in München. Eine Frau hat eine entkräftete Schwalbe gefunden und möchte nun wissen, was zu tun ist. „Das Tier ist wahrscheinlich vor Erschöpfung runtergegangen, die kann so nicht mehr fliegen. Sie wird ohne fremde Hilfe sterben“, sagt Weber.

Inhaltsübersicht
Tausende Schwalben erschöpftWas ist zu tun?Auswirkungen auf den Bestand

Sie erklärt der Anruferin, dass sie den Vogel ohne Handschuhe mit beiden Händen anfassen kann. „Wärmen Sie sie dann in den Händen, und dann würde ich Ihnen eine Adresse geben, wo Sie sie hinbringen können.“ Zum Transport sei ein Karton oder ein Täschchen gut.

Tausende Schwalben erschöpft

Aktuell finden viele Menschen in den vom heftigen Regen betroffenen Gebieten schwache oder sogar tote Schwalben. Der LBV schätzt, dass Tausende Mehlschwalben zu erschöpft sind und quasi vom Himmel fallen.

Genau jetzt, Mitte September, machen sich die Mehlschwalben normalerweise auf den Weg Richtung Afrika, um dort zu überwintern. Der starke Regen und die niedrigen Temperaturen sorgen aber dafür, dass vor allem die Jungtiere völlig auskühlen. Noch dazu finden sie in der Situation keine Fluginsekten, von denen sie sich ernähren.

Was ist zu tun?

Das Wichtigste nach dem Finden einer erschöpften Schwalbe ist laut Weber, sie zu wärmen. Dafür die Tiere in die Hände nehmen oder mit einem Handtuch in einen Karton oder ein Täschchen setzen. Die Tiere sollten dann so schnell wie möglich in ein Tierheim oder eine Auffangstation gebracht werden. Denn sie brauchen schnell Nahrung, aber normales Vogelfutter ist nicht geeignet.

Falls die Tiere nicht sofort in eine Auffangstation gebracht werden können, ist es wichtig, sie in einem dunklen Raum unterzubringen. Denn wenn ihnen wieder warm genug ist, kommt der Fluchtreflex und sie flattern wild umher. Im schlimmsten Fall fliegen sie dann gegen die Fensterscheibe.

Wo genau die Tiere hingebracht werden können, ist regional sehr unterschiedlich. Wichtig ist, vorher bei der jeweiligen Stelle anzurufen, um sicherzugehen, dass überhaupt noch Platz ist. Wenn die Suchmaschinen-Recherche ohne Erfolg bleibt, kann man sich an die örtliche LBV-Gruppe (externer Link) wenden. Allerdings haben die oft ehrenamtlich engagierten Vogelschützer nicht die Kapazitäten, alle aktuell betroffenen Vögel aufzunehmen.

Leider kann ihnen auch dort nicht immer geholfen werden. Zumindest aus einer Auffangstation heißt es, dass die Tiere so geschwächt waren, dass die meisten verstorben sind.

Auswirkungen auf den Bestand

„Ich habe in meiner zwanzigjährigen Laufbahn sowas noch nicht erlebt“, sagt Weber. Der LBV beobachtet, dass besonders viele Jungtiere sterben. „Das kann im Extremfall dazu führen, dass die komplette Brut in den betroffenen Regengebieten mehr oder weniger hopsgeht.“ Um das auszugleichen, wird es einige Jahre dauern, sagt Weber. Die Mehlschwalbe gilt auch so als gefährdet.

In Auffangstationen wie der des LBV in Regenstauf werden die Tiere wieder aufgepäppelt. Alle halbe Stunde werden sie gefüttert, damit sie wieder zu Kräften kommen. Wenn alles gut geht, können sie weiter gen Süden starten, sobald es wieder wärmer wird.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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