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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Trockene Alkoholiker: Warum Weihnachten besonders hart ist
Wissen

Trockene Alkoholiker: Warum Weihnachten besonders hart ist

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 11. Dezember 2024 07:51
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Wenn in der Weihnachtszeit die ganze Familie aufeinander trifft, wird es für viele Menschen emotional belastend. Durch die Enge, das Beisammensein, kann es dann durchaus auch mal krachen. Eine schwierige Zeit, besonders für suchtkranke Menschen, erzählt Monika von den Anonymen Alkoholikern. Für viele sei es schwierig, die konfliktreichen Tage ohne Alkohol auszuhalten. Monika, die seit vielen Jahren Mitglied der Anonymen Alkoholiker München ist, spricht aus Erfahrung. Monika ist nicht ihr echter Name. Sie möchte gerne anonym bleiben.

Inhaltsübersicht
Filmrisse, Panikattacken und zitternde HändeTrockene Alkoholiker sind ein Leben lang gefährdetBei vielen Alkoholikern entsteht die Sucht in der Familie

Filmrisse, Panikattacken und zitternde Hände

Monika hat als 14 -jähriges Mädchen bereits angefangen zu trinken. Ihr Vater war ebenfalls alkoholabhängig. Irgendwann rutschte auch Monika in die Sucht. Filmrisse, Panikattacken, zitternde Hände waren die Folge. Oft wusste sie nicht, wie sie den Tag ohne Alkohol durchstehen sollte. Es war ein Leben, dass sie selbst als furchtbar empfand.

Mit Ende 20 schaffte sie es mithilfe der Anonymen Alkoholiker, trocken zu werden. Jetzt hilft sie anderen und engagiert sich. In der Weihnachtszeit bieten die Anonymen Alkoholiker in München Extratreffen an. Man kann dort ohne Anmeldung einfach hinkommen und ist unter Gleichgesinnten. Und dort gebe es auch die gesuchte Herzenswärme, die gerade an Weihnachten so oft gebraucht werde, so Monika. Das habe auch ein bisschen mit dem Weihnachtsgedanken zu tun.

Trockene Alkoholiker sind ein Leben lang gefährdet

Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine hochemotionale Phase im Jahr. Alleinlebende Menschen fühlen sich besonders in dieser Zeit oft sehr einsam. Das führt bei drogenkranken Menschen zu einem verstärkten Suchtdruck. Dabei haben es trockene Alkoholiker besonders schwer. Sie sind ein Leben lang gefährdet. Ihre Droge ist legal, wird überall und immer konsumiert und verkauft. Es ist ein nicht enden wollender Kampf.

Das spüren auch die Angehörigen: Judith ist verheiratet mit einem trockenen Alkoholiker und ist Sprecherin der den „Al- Anon München“, einer Selbsthilfe-Gruppe für Angehörige von alkoholkranken Menschen. Die Abkürzung „Al- Anon“ steht für „Alcoholics Anonymous Family Groups“. Judith hilft ihrem Mann, gut durch die Weihnachtszeit und die dann anstehenden Veranstaltungen zu kommen, indem sie mit ihm einen Plan macht: Wie lange bleibt man dort? Wie wird es ablaufen? Wenn es zu Streitereien oder Eskapaden komme, plane man, zu gehen.

Bei vielen Alkoholikern entsteht die Sucht in der Familie

Bei vielen Alkoholikern ist die Sucht überhaupt erst durch die Familie oder innerhalb der Familie entstanden. Familientreffen oder Weihnachtsabende mit den Verwandten sind auch deshalb eine besondere Herausforderung.

Die Anonymen Alkoholiker versuchen, Betroffene stark zu machen – unabhängig davon, wo und in welcher Situation diese Probleme auftauchen, sagt Günther, der ebenfalls in Wahrheit anders heißt und auch Mitglied ist. „Natürlich gibt es auch Probleme im Leben: Ärger in der Arbeit, Ärger in der Familie“, sagt Günther. „Aber hier, bei den Anonymen Alkoholikern, habe ich gelernt, damit umzugehen, ohne Trinken zu müssen.“

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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