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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Gerhard Polt und Josef Hader: Zwei Ikonen, eine Bühne
Kultur

Gerhard Polt und Josef Hader: Zwei Ikonen, eine Bühne

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 27. Januar 2026 15:48
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Wer die Münchner Lach- und Schießgesellschaft in ihrem einstigen Domizil in der Schwabinger Haimhauser Straße suchen sollte, wird dort nicht mehr fündig werden. Nach diversen Zerwürfnissen und Wechseln in der Leitung sowie vergeblichen Versuchen, die legendäre Kabarettinstitution an vertrauter Stelle rentabel zu führen, musste sie im vergangenen November umziehen. Fürs Erste hat sie in der „Fat Cat“, dem ehemaligen Münchner Kulturzentrum Gasteig, eine neue Heimat gefunden. Um ein Zeichen zu setzen, dass die Lach- und Schießgesellschaft allen Krisen zum Trotz weiter existiert, hat Geschäftsführer Till Hofmann nun zwei Kabarett-Giganten für einen gemeinsamen Auftritt bewegt, die so zuverlässig für Zuschauer-Zulauf sorgen, wie nur wenige ihres Fachs: Gerhard Polt und Josef Hader.

Inhaltsübersicht
Gemeinsames Vorbild: Otto GrünmandlSchwächen bloßlegen und empathisch bleiben

Die beiden kennen und schätzen einander seit langem, aber gemeinsam im Duo aufgetreten? Nein, das sind Gerhard Polt und Josef Hader in all den Jahren noch nie. „Des hättma uns g’merkt,“ versichert Josef Hader, „da war nix bis jetzt!“

Gemeinsames Vorbild: Otto Grünmandl

Überschrieben war der Abend mit „Eigenes und Fremdes“. Kein ausgefeiltes Programm mit dramaturgischem Bogen, sondern einfach: eine Auswahl an Kabarettmonologen, -Dialogen und Liedern, auf die die zwei Lust hatten. Die „fremden“ Texte stammten dabei vor allem vom Tiroler Kabarettisten Otto Grünmandl, der in etlichen von Polts Theaterrevuen mitwirkte und für Hader ein leuchtendes Vorbild war. Zum Beispiel mit einer Reihe so genannter „Alpenländischer Interviews“, zum Beispiel zwischen einem Reporter und einem Alpinisten, der Steilwände in Begleitung seiner Kanarienvögel durchsteigt, die Vögel dabei aber nicht absichert!

Grünmandls Dialoge sind absurde Köstlich- und Kostbarkeiten, die Polt und Hader vor dem Vergessen bewahren wollen – vor allem, weil der Humor des im Jahr 2000 verstorbenen Satirikers für beide prägend war. Und so bildete dessen Material den logischen Prolog, ehe Polt und Hader Eigenes zum Besten gaben, im Falle Haders buchstäblich ein Best-Of: Highlights aus seinem Lieder-Schaffen nämlich.

Dass Hader sich ans Klavier setzte und sang, war allein schon deshalb etwas Besonderes, weil seine beiden letzten Programme ganz ohne Lieder auskamen. Diesem folglich hochwillkommenen Wiederhören mit länger nicht mehr live erlebten Klassikern setzte Polt neue Nummern entgegen, altbewährt zwar im Stil, aber jüngeren Entstehungsdatums.

Schwächen bloßlegen und empathisch bleiben

Was Gerhard Polt und Josef Hader eint, das sind die feinen Antennen für menschliche Unzulänglichkeiten, eine naturgegebene Menschenkenntnis. „Um einen Deppen zu erkennen, muss ich nicht Psychologie studieren“, sagt Polt einmal auf der Bühne. Bemerkenswert auch die Gabe der beiden, Schwächen bloßzulegen und doch empathisch zu bleiben. Das war denn auch das verbindende Moment eines Auftritts, der ansonsten auch unter dem schönen bairischen Motto „Um a Fünferl a Durchanand“ hätte firmieren können.

Ein gemeinsamer Abend mit Hader und Polt – das war, obwohl erst- und womöglich auch einmalig, zwar kein Meilenstein der Kabarettgeschichte (dazu wirkte das Programm wirklich ein wenig zu improvisiert zusammengewürfelt), wohl aber lebhaftes Zeugnis der nach wie vor herausragend komischen Kunst zweier Kapazitäten, deren Lebensleistung so wegweisend für andere sein dürfte, wie es die des gemeinsamen Vorbilds Otto Grünmandl für die beiden gewesen ist.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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